Grafik: ZYX

Nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne und einer Uraufführung im Berghain ist die überaus sehenswerte Dokumentation Italo Disco Legacy jetzt zusammen mit einer umfassenden Doppel-LP bei Private auf DVD erschienen. Hier sind zehn Italo Disco-Tracks aus dem Film, die abseits von Pop-Hits von Baltimora, Righeira oder Gazebo, heute zu Recht als Club-Klassiker gelten.

10. Klein & M.B.O. – Dirty Talk (Zanza, 1982)

„Dirty Talk“ war vielleicht der einflussreichste Italo-Disco-Track. Die gemeinsame Produktion der Italiener Mario Boncaldo und des US-Amerikaners Tony Carrasco alias Klein & M.B.O. wurde ein Clubhit in New York und Chicago und prägte hörbar die erste Generation von House-Produzenten. „Dirty Talk“ gilt als erster Dance-Track dessen Rhythmus von einer 808 Drummachine und stellt eine Blaupause für spätere Hits wie New Orders „Blue Monday“ und A Guy Called Geralds „Voodoo Ray“ dar.

9. ‚Lectric workers – Robot Is Systematic (Discomagic Records, 1982)

Einer von vielen Fällen, wo die Instrumental-Version der B-Seite eines Italo-Tracks besser ist als das Orginal. ‚Lectric Workers traten nach der Prämiere des Italo Disco Legacy-Films im Berghain auf. Der Track wurde auf dem holländischen Viewlexx Label wiederveröffentlicht.

8. Koto – Chinese Revenge (Cellophance, 1982)

„Dieser Song fühlte sich für mich ebenso minimal wie voll an. Er klang seltsam. Einzigartig, verträumt und primitiv – ganz anders als der typische Song den man damals im Radio hören konnte“, erinnert sich Italo-Disco-Produzent und DJ Fred Ventura. Hinter Koto steckte Anfrando Maiola, sowie das Produzenten-Duo Stefano Cundari und Alessandro Zanni.

7. Charlie – Spacer Woman (Mr. Disc Organization, 1983)

Maurice Cavalieri alias Charlie war inspiriert von englischen Synth-Pop-Gruppen wie Heaven 17 und Depeche Mode als er diesen Track produzierte. Die Sounds stammen von einem DX7, die Beats von einer Linn Drum, sowie einer 808. Wiederveröffentlicht wurde er unter anderem von dem Label Dark Entries.

6. Scotch – Penguins Invasion (American Disco, 1983)

„Penguin Invasion“ ist die erste Single von Scotch, die ein Jahr später in Deutschland mit „Disco Band“ auch einen Top-3-Chart-Erfolg erzielen konnten. Der Track findet sich in seiner Instrumental-Version auch auf I-Fs prägender Mixed Up In The Hague-Mix-CD von 2001.

5. My Mine – Hypnotic Tango (Progress, 1983)

Der Track mit der vielleicht eingängigsten Bassline eines Italo-Disco-Stücks, gesamplet unter anderem auf dem DJ T.-Hit „Starlit“. Wenn man sie einmal hört vergisst man sie nicht wieder. Remixe von „Hypnotic Tango“ gibt es unter anderem von Frankie Knuckles und Carl Craig.

4. Doctor’s Cat – Feel The Drive (Il Discotto Productions, 1983)

Eine gemeinsame Produktion von Aldo Martinelli, Fabrizio Gatto und Simona Zanini unter dem Namen Doctor’s Cat. Auch dieser Track zählt zu den Favoriten von I-F, der einer der Hauptverantwortlichen für die Wiederentdeckung von Italo-Disco in der House-und Techno-Szene war.

3. Klapto – Mister Game (Durium, 1983)

Hinter Klapto steck der Musiker Valter Fausto Bassani. Die eingängige Melodie findet sich auch in einem Remix von Alden Tyrell wieder.

2. Alexander Robotnick Problèmes D’Amour (Fuzz Dance, 1983)

Ein weiterer wahnsinnig einflussreicher Italo-Disco-Track, der eine Art Bindeglied zwischen Kraftwerk und Cybotron darstellt. Mit seinem 303-Bassmotiv antizipierte der Track nicht zuletzt Acid House. Einer der großen Dance-Klassiker, geschrieben von Maurizio Dami unter seinem Alexander Robotnick-Alias.

1. Peter Richard – Walking In The Neon (Good Vibes, 1985)

1985 war die große Zeit von Italo-Disco schon vorbei. Dieser 9-Minuten-Track von Walter Beinat alias Peter Richard hat für einen Italo-Track nahezu epische Dimensionen, wurde auf Dark Entries wiederveröffentlicht und unter anderem von DJs wie Seth Troxler gespielt.