Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von Open Port Club und den KünstlerInnen

Japan ist für viele MusikerInnen nach wie vor ein Sehnsuchtsland. Das Austauschprogramm Open Port Club brachte nun zwei Musikerinnen aus Berlin ins nördliche Sapporo, wo sie auf einen regionalen Künstler trafen. Die Auswahl für das Residenzprogramm erledigte Open Port Club gemeinsam mit dem Online-Sender Berlin Community Radio und einer Jury, der auch Groove-Chefredakteur Heiko Hoffmann angehörte. Gemeinsam werkelten Jessica Ekomane, Lyra Pramuk und Why She? nicht nur unter der Aufsicht des japanischen Produzenten Kuniyuki zehn Tage lang im Studio zusammen an neuen Sounds, sondern stellten die Ergebnisse auch direkt vor Ort in Sapporo vor. Damit nicht genug ging es für die drei im Rahmen des Austauschprogramms auch nach Berlin, wo sie auf ihre ganz eigene musikalische Vision zusammenstellten. Viel japanische Musik jeglicher Couleur war dabei selbstverständlich auch zu hören.

3. Jessica Ekomane


Jessica Ekomane ist in der Welt der Sound-Installations-Kunst keine Unbekannte. Mit Robert Henke hat sie bereits zusammengearbeitet und wurde zuletzt für die kommende Ausgabe des CTM Festivals bestätigt. Als Absolventin des Incubator-Projekts von Berlin Community Radio hat sie außerdem noch im Sommer selten gehörte Musik ins Radio gebracht: Mark Fell, Laurie Spiegel und weitere finden sich auf der Tracklist ihrer Shows für das Netzradio. Eine Blaupause für ihre eigenen musikalischen Arbeiten, die zwischen röhrendem Drone und sachten Ambient-Anklängen vor allem mit den Räumlichkeiten harmonieren, die sie regelmäßig bespielt.

2. Lyra Pramuk


Lyra Pramuk zog es vor drei Jahren aus einem beschaulichen Fleckchen im US-Bundesstaat Pennsylvania in die deutsche Hauptstadt, wo sie zuletzt unter anderem auf dem We Make Waves Festival und dem 3HD Festival auftrat. Nach Kollaborationen mit unter anderem Colin Self machte Lyra zuletzt mit dem Track „Elevate“ aus der i-D-Serie Beyond Clubbing auf sich aufmerksam: Ein intensives Spoken Word-Stück, das zwischen zarter Hingabe und unterschwelliger Wut oszilliert und die sozialpolitischen Mechanismen des Cluberlebnisses in einem strudelnden Bewusstseinsstrom auflöst. Musik, aus der Lebenserfahrung ebenso spricht wie die analytische Schärfe ihrer Protagonistin.

1. Why She?


Katsuhiro Shiraki geht die Dinge gerne langsam an. Muss er wohl auch, in seiner Heimat Hokkaidō ist nämlich nicht sonderlich viel los. Tatsächlich aber mag es der Klangkünstler noch ruhiger und zieht sich für einen ausgedehnten Winterschlaf gerne in seine Flusshütte am Yoichi zurück, wo er sich in der warmen Jahreszeit um die Tomatenzucht kümmert. Die Musik, die der Japaner unter dem Pseudonym Why She? produziert, geht es dementsprechend entspannt und organisch an. Hip Hop und Downbeat bilden einen Referenzrahmen, minimalistischer Folk und dezente Jazz-Untertöne den anderen. Ein Sound, der einerseits das Erbe von japanischen Labels wie Schole weiterträgt und ungleich urbaner klingt – ein kompletter Einsiedler ist Shiraki dann eben doch nicht.

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