Vorschaubild: Wolf Mike (Polaris Festival)

Größere Mengen Schnee sind zu dieser Jahreszeit in den Bergen der Schweiz nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Komplett eingeschneit zu werden schon eher. Die dritte Ausgabe des Polaris Festivals wurden Veranstalter und Fans von einem nicht enden wollenden Schneefall überrascht, der Publikum und DJs buchstäblich einschneite. Nina Kraviz‘ Set musste sogar von der Hauptbühne auf 2.200 Meter über Meeresspiegel in einen kleinen Club verlegt werden. Das hatte auch seine Vorteile.

Das Polaris in den Schweizer Alpen bringt Skiurlaub mit elektronischer Musik zusammen. Mit bekannten Namen locken die Veranstalter nach Verbier, einem der bekannten Wintersport-Ressorts der Region, in der sich sonst die europäische Oberschicht zum Après-Ski trifft. Die kleinen Unterschiede dazu machen lediglich die Namen auf dem Line-up aus. Mit Omar-S, Larry Heard, Derrick May, Seth Troxler, Gerd Janson, Job Jobse, Nina Kraviz, Tom Trago und Young Marco, wird aus der Ski-Hütten-Party ein Cüpli-Rave mit House und Techno.

Wer zum Polaris fährt, muss in Verbier zwnagsläufig ein Hotelzimmer oder eine Ferienwohnung buchen, wie man es sonst höchstens vom Skiurlaub gewohnt ist. Das führt dazu, dass sich an diesem Wochenende in der malerischen Kulisse Feierpublikum mit Ski-Urlaubern mischt. Chalet reiht sich an Chalet und die dicke Schneeschicht auf den Dächern, Straßen und Autos erinnert an eine kitschige Weihnachtspostkarte. Weiter oben, mehr als 2000 Meter über dem Meeresspiegel, wird zu Techno und House geschwitzt.

Sunset-Stimmung hier in Verbier beim @polarisfestival.

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Von Verbier aus gelangt man mit der Seilbahn zur Hauptbühne mit dem Namen Mouton Noir. Am zweiten Tag sorgt Omar-S dort bei noch strahlendem Sonnenschein vor der eindrücklichen Bergkulisse für eines der Festival-Highlights. Nach einem hervorragenden Live-Set von Larry Heard, das manch einen gar zu Tränen rührt, übernimmt der Detroiter ein spürbar aufgestelltes Publikum. Er schwingt sich von einer Platte zur nächsten durch verschiedenste Stile. Zwischenzeitlich kommt zwar etwas Langeweile auf, was sich aber nur als Vorbote eines großen Finales herausstellt.

Mit den letzten drei Platten versetzt Omar-S das „Mouton Noir“-Zelt in rasende Ekstase. Acid und Techno, kompromisslos hart, wie es an diesem Wochenende selten vorkommt. Selbst Virginia, die sich bereits vorbereitet, ist sichtlich überrascht über den plötzlichen Energieanstieg. Als Omar_S mitten im Acid-Regen sein Set abbricht und die tobende Menge nach mehr verlangt, kommt sie gleich ein wenig ins Schwitzen. Routiniert meistert sie die Situation aber problemlos und die Party geht weiter. Nach seinem Set übt sich Omar-S wie üblich in Understatement: “It’s just an old techno thing”, heißt es mit Schulterzucken auf die Frage nach dem letzten Track.

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