Nach zwei 12-Inch-Veröffentlichungen folgt nun auch ein Album von Roman Flügel auf Dial. Dabei umfasst F a t t y  F o l d e r s , die erste LP, die der Frankfurter unter seinem bürgerlichen Namen veröffentlicht, sowohl Stücke der bereits erschienenen EPs „How To Spread Lies“ und „Brasil“ als auch bisher unveröffentlichtes Material. Unter Pseudonymen wie Eight Miles High, Soylent Green und gemeinsam mit Jörn Elling Wuttke als Sensorama oder Alter Ego hat der musikalische Tausendsassa bereits mehrere Alben herausgebracht, wobei vor allem das letztgenannte Projekt dank Konsenshits wie „Betty Ford“ oder „Rocker“ den meisten Clubgängern nachhaltig in Erinnerung geblieben sein dürfte.

Von solchen so aufgekratzten wie clever brachialen Electrotechno-Krachern ist auf Flügels neuestem Album allerdings nicht mehr viel übrig geblieben. Die Tracks haben zu weiten Teilen etwas schlendernd Beiläufiges und stellen keine Hitbehauptung auf. Stattdessen handelt es sich bei Stücken wie „Softice“ oder „Song With Blue“ um opak schimmernde Meditationen, in denen sich eine romantische Düsternis eingenistet hat, die einerseits von einem sinnlichen Musikverständnis zeugt und sich andererseits zugleich bestens in den Soundkosmos von Dial einfügt. Eine entrückte Beseeltheit verströmt auch das knapp zweieinhalbminütige „Krautus“, bei dem der Name musikalisches Programm ist. Zwischendurch kommt auf dem schlackernden Beat von „The Improviser“ zur Hälfte des Albums schließlich doch wieder kurz ein dreckig knarzender Bass um die Ecke. Und auch das technoide „Rude Awakening“ sowie die wunderschön stabreimenden Titel „Lush Life Libido“ und „Bahia Blues Bootcamp“ plockern zaghaft fordernd Richtung Tanzfläche. Schade nur, dass bei aller stilistischer Vielfalt dem Album unterm Strich über die insgesamt elf Tracks hinweg die Stringenz und somit der berühmte rote Faden verloren geht, der aus einer Ansammlung toller Tracks eventuell ein grandioses Album und somit mehr als die Summe seiner einzelnen Teile gemacht hätte.