Drei Stunden Jane Fitz im GROOVE Podcast hört ihr hier.
Gestern einen Beatport-Account angelegt, heute schon DJ-Star: Im schnell getakteten Kosmos der elektronischen Musik kann der Aufstieg rasant verlaufen. Mit ein paar Skills im Beatmatching, den richtigen Social-Media-Kanälen, passenden Kontakten und einem funktionierenden Sound lässt sich in kurzer Zeit ein DJ-Profil aufbauen, das nach außen Erfolg signalisiert. Was dabei oft auf der Strecke bleibt, ist etwas, das sich nicht beschleunigen lässt: Deepness. Ein Zustand, der erst entsteht, wenn man wirklich in die Tiefe geht.
In die Tiefe einer über Jahrzehnte gewachsenen, stilistisch hoch ausdifferenzierten Geschichte elektronischer Dance Music. In die Kontexte, in denen diese Musik stattfindet: Welcher Club, welches Festival, welche Tageszeit, welches Line-up davor und danach? Wer DJ sein will, sollte all das mitdenken. Doch in einer Gegenwart, in der Algorithmen Tempo und Sichtbarkeit bestimmen und DJing zunehmend mehr als Job denn als Passion verstanden wird, bleibt dafür kaum Zeit. Es braucht Muße, Neugier – und eine echte, über Jahre gewachsene Hingabe.
Gerade eine solche Hingabe macht Jane Fitz außergewöhnlich. Die britische DJ gehört zu jener seltenen Kategorie von Künstler:innen, die diesen Weg konsequent gegangen sind – langsam, tief, unbeirrt. Seit über zwei Jahrzehnten steht sie hinter den Decks, ohne je ihre Neugier zu verlieren. Von ihren Anfängen in Hongkong Ende der Neunziger über die zehn Jahre ihrer Clubreihe Peg bis hin zur Party Night Moves, die sie seit 2012 gemeinsam mit ihrer Freundin Jade Seatle in unregelmäßigen Abständen veranstaltet, hat sie sich eine sehr eigene Position im globalen DJ-Kosmos erspielt.
Musikalisch bewegt sich Jane Fitz mühelos zwischen House, Techno, Trance, Acid und Trip-Hop – nicht als Stilmix um seiner selbst willen, sondern als Ergebnis einer tiefen, historisch gewachsenen Beziehung zu Musik. Sie spielt ausschließlich Vinyl. Präzise, konzentriert, mit einem außergewöhnlichen Gespür für Dynamik, Spannung und Rhythmus. Ihre Plattensammlung ist kein statisches Archiv, sondern ein wachsender Organismus – voller B-Seiten und musikalischer Umwege, die in ihren Sets plötzlich Sinn ergeben.
Kurz nach der Veröffentlichung der von ihr mitkuratieren Compilation Mysterious Vastness und nur wenige Stunden vor ihrem Night-Moves-Set in der Berliner Panorama Bar sprach GROOVE-Autor Michael Leuffen mit Jane Fitz über ihre Anfänge als DJ in ihrer Kindheit, über Vinyl als Arbeitsweise – und darüber, warum sie beim Feiern nicht in der Masse der Ravenden aufgehen will.
GROOVE: Was hat dich ursprünglich dazu gebracht, für andere Leute Musik aufzulegen?
Jane Fitz: Ich kann mich gar nicht an einen klaren Übergang zum DJing erinnern. Ich habe schon mit 13 angefangen, anderen Leuten Platten vorzuspielen. Zu Schulpartys habe ich immer mein eigenes Vinyl mitgeschleppt. Ich mochte Tanzen, aber dieses Rumstehen und Smalltalken war nie so mein Ding. DJing war mein Weg, auf einer Party dabei zu sein, ohne mich komplett einbringen zu müssen. Das geht mir bis heute so. Auflegen ist immer noch mein Vorwand, um dort zu sein, die Leute zu beobachten und die Stimmung ein bisschen zu steuern, ohne ständig quatschen zu müssen. Damals war ich noch nicht mal ein richtiger Teenager, und das Konzept eines DJs, wie wir es heute kennen, gab es noch gar nicht. Ein DJ war jemand, der auf Hochzeiten oder im Pub spielt. Keine kulturelle Figur, kein Star. Ich habe einfach meine Musik geteilt.
Im Club habe ich ohnehin schon meine Lesebrille, lange Haare, Kopfhörer – ich brauche keine Bildschirme vor mir. Das wäre zu viel.
Und wann bist du zum ersten Mal in die Welt der Clubmusik eingetaucht?
Das war in der Zeit zwischen Schule und Uni, der Sommer 1989. Diese Zeit ist für mich unvergesslich. Ich bin im Auto durchs englische Hinterland gefahren und habe frühen belgischen Rave gehört. Zwei Jahre später war ich jede Woche in Clubs unterwegs. Auf Acid-Jazz-Partys im Dingwalls in London. Und ich erinnere mich an eine Party namens Fusion im Marquee – wahrscheinlich die erste Acid-House-Party, auf der ich jemals war. Ich hatte immer unterschiedliche Phasen: Trance, Techno, Drum’n’Bass, Trip-Hop. Ich war zu verschiedenen Zeiten von all diesen Sounds komplett besessen. Deshalb ergibt es für mich heute überhaupt keinen Sinn, irgendein Genre auszuschließen.

Und wie hat deine Karriere als DJ letztlich angefangen?
Für mich hat das DJing damit angefangen, dass ich Kassetten für Freunde aufgenommen habe. Ich habe Sachen aus dem Radio mitgeschnitten und meine eigenen kleinen Compilations zusammengestellt. Das ist für mich genauso DJing. Ich habe Menschen schon immer Musik präsentiert. Ich mache das schon ewig. An die Zeit davor kann ich kaum erinnern, da war ich zu jung. Deshalb gibt es für mich keinen wirklichen Anfang und kein Ende. Es ist einfach ein Teil von mir, ein Teil meines Lebens.
Die Vorstellung, nur zwei Stunden zu spielen, fühlt sich für mich wie eine Zwangsjacke an. Ich brauche Zeit. Allein eine Stunde, um überhaupt anzukommen – den Sound zu checken, den Raum zu lesen, die Leute zu verstehen.
Du hast eine riesige Plattensammlung. Die wirkt fast wie ein lebendiger Begleiter.
Absolut. Meine Plattensammlung ist kein Friedhof. Sie ist ein lebender Organismus. Man muss sich um sie kümmern, sie beschneiden, pflegen. Sie ist ständig in Bewegung, entwickelt sich weiter und verändert ihre Form. Obwohl ich eine große Sammlung habe, hatte ich nie das Gefühl, die Musik wirklich zu besitzen. Ich bin eher die Hüterin der Platten. Entscheidend ist nicht die Sammlung selbst, sondern das, was darin steckt – und was am Ende in deinem Kopf und deinem Körper hängen bleibt. Bis heute spiele ich keine Platte am Abend des Tages, an dem ich sie gekauft habe. Ich muss sie erst einmal auf mich wirken lassen. Wenn mir also Leute im Club eine Platte schenken, was zum Glück oft vorkommt, spiele ich sie trotzdem nicht an diesem Abend. Ich will sie erst in Ruhe hören und verstehen.
Und all das machst du nach wie vor ausschließlich mit Vinyl. Du legst nicht digital auf.
Ja. Einfach, weil das mein bevorzugtes Medium ist. Eine Schallplatte hat mich noch nie im Stich gelassen. Die Technik ist simpel und funktioniert. Nadel drauf, Signal wird verstärkt, wir tanzen. Mehr brauche ich nicht. Ich muss mein Leben nicht noch komplizierter machen. Im Club habe ich ohnehin schon meine Lesebrille, lange Haare, Kopfhörer – ich brauche keine Bildschirme vor mir. Das wäre zu viel. Außerdem fühlt sich Vinyl für mich völlig natürlich an, weil es Teil meines Alltags ist. Ich lebe damit.

Heute Abend legst du ein House-Set in der Panorama Bar auf. Vor ein paar Wochen habe ich dich im Berghain gehört, wo du ein Techno-Set mit Trance-Einflüssen gespielt hast. Hast du irgendwelche Genregrenzen?
Wenn es etwas gibt, das meinen Stil ausmacht, dann wahrscheinlich, dass ich mich nicht von Genres einschränken lasse. Ich versuche nicht bewusst, besonders eklektisch zu sein – aber ich habe auch vor keinem Genre Berührungsängste. Entscheidend sind für mich die Stimmung und die Emotionen, die in der Musik stecken. Irgendwann um 2013 herum, nach gut 20 Jahren Deep House und Tech-House, hatte ich mich daran einfach satt gehört. Also bin ich wieder bei Trance und frühem Techno gelandet. Ich habe mich dann lange komplett in diesen Sound vertieft. Irgendwann wurde mir klar, dass ich mich damit nur wieder selbst in eine Schublade gesteckt habe. Und das bin ich eigentlich nicht. Ich liebe Deep House nach wie vor, aber genauso liebe ich Techno, Downbeat oder psychedelische Klänge. Heute versuche ich, all diese Stränge miteinander zu verweben. Das fühlt sich ehrlicher an.
Ich sage immer, dass ich meine Platten hören kann, nur indem ich sie im Regal anschaue. Wenn ich Inspiration suche, lasse ich meinen Blick einfach über die Regale wandern. Moment mal – was war das noch? Wo war ich damals musikalisch? Was hat dazu gepasst? Und dann denke ich: Warte mal, vielleicht funktioniert das zusammen. Und plötzlich findet man zwei Platten, die auf dem Papier überhaupt nichts miteinander zu tun haben, aber trotzdem perfekt ineinandergreifen.

Letzte Woche habe ich zum Beispiel einige Trance-Platten mit einer afro-kubanischen Jazz-Drumming-Platte gemixt. Das war unglaublich. Theoretisch dürfte das nicht funktionieren. Aber beide haben diese psychedelische Qualität – und genau deshalb funktioniert es eben doch.
Da du lange Sets bevorzugst, hast du natürlich viel mehr Raum für solche Experimente.
Die Vorstellung, nur zwei Stunden zu spielen, fühlt sich für mich wie eine Zwangsjacke an. Ich brauche Zeit. Allein eine Stunde, um überhaupt anzukommen – den Sound zu checken, den Raum zu lesen, die Leute zu verstehen. Erst dann kann ich mich entspannen – anfangen, musikalisch in die Tiefe zu gehen. Deshalb liebe ich lange Sets. Warum sollte man den Leuten nur einen Schnappschuss von etwas geben? Leider funktioniert das Festivalgeschäft oft anders. Aber alle DJs, die mich geprägt haben, von Ron Hardy über Daniele Baldelli bis Patrick Forge, haben lange Sets gespielt. Entdeckungsreisen brauchen Zeit. Man steigt nicht einfach in die Booth und ist sofort im Flow. Das ist ein Prozess.
Diesen Prozess hast du vor allem bei deinen eigenen Veranstaltungen in London gelernt. Ende der Neunziger gab es Peg, später dann Night Moves mit Jade Seatle. Da kommt einiges an Erfahrung zusammen.
Klar, aber das war auch Learning by Doing. Als ich Peg gestartet habe, hatte ich keine Ahnung, was ich tue. Mal waren es Partys mit 100 Leuten, mal mit 500. Jedes Mal war alles anders. Und ich habe immer die Closing-Sets gespielt. Ganz bewusst. Ich dachte mir: Erst muss ich alles andere erledigen. Ich habe die Bookings gemacht, die Werbung, die Tür, die komplette Organisation – und danach noch das Abschluss-Set gespielt. Natürlich habe ich unzählige Fehler gemacht. Aber die Stimmung hat gepasst. Es waren freundliche, offene Partys. Aus genau diesem Spirit ist später auch Night Moves entstanden.
Jade und ich hatten übrigens nie geplant, b2b aufzulegen. Das hat sich einfach ergeben. Und ich weiß gar nicht, ob wir wirklich so gerne gemeinsam spielen – aber wir lieben es definitiv, gemeinsam in der Booth abzuhängen. Wir haben dort einfach eine tolle Zeit. Wir hatten übrigens nie vor, aus Night Moves eine reine Frauenparty zu machen. Wir buchen Menschen wegen ihrer Musik. Punkt. Es ging nie um Identitäten, sondern um Verbindungen. Jetzt, nach all den Jahren, ist es ein aufregendes Gefühl, Night Moves wiederbeleben.

Du bist ständig auf der ganzen Welt unterwegs. Gehst du unterschiedliche Länder und Szenen unterschiedlich an? Spielst du auf verschiedenen Kontinenten unterschiedliche Musik?
Absolut. Ich mache immer meine Hausaufgaben. Ich schaue, wer dort vorher gespielt hat, welche Artists mit der Party verbunden sind, und versuche ein Gefühl für den Kontext zu bekommen. Egal ob Lateinamerika, Goa oder die Panorama Bar – ich beschäftige mich mit dem Club, seiner Geschichte, der Tageszeit, zu der ich spiele, und dem kulturellen Rahmen. Ich komme nie einfach irgendwo an und ziehe mein Standardprogramm durch. Heute Abend spiele ich vielleicht ein Deep-House-Set zum Sonnenaufgang in der Panorama Bar. Bald spiele ich in Goa, da werde ich psychedelischen Techno spielen.
Was bedeutet DJing nach all den Jahren heute noch für dich?
DJing ist immer noch der Kern von allem. Es geht darum, all die bedeutsamen Dancefloor-Erfahrungen meines Lebens zu übersetzen und dieses Gefühl noch einmal entstehen zu lassen, diesen Rausch, dieses besondere High, aber ohne Drogen, nur durch Musik. Ich möchte das alles spüren können, obwohl ich heute mehr oder weniger nüchtern bin.
Wie hast du damals gefeiert?
Ich erinnere mich an Plastic People vor 15 Jahren, das war ein kalter, verregneter Donnerstagabend im Dezember in London. Keine Drogen, kein Alkohol – einfach dort sein, jemandem zuhören und komplett in diesem Moment aufgehen. Die besten Partys sind individuelle Erfahrungen, die man gemeinsam erlebt. Ich glaube nicht, dass Tanzen eine kollektive Erfahrung ist. Es ist etwas zutiefst Persönliches. Du bist in deiner eigenen Welt, aber gemeinsam mit anderen.
Wenn du die Augen öffnest und den Blick einer anderen Person triffst, teilst du deinen individuellen Moment. Du wirst aber nicht Teil einer Masse. Genau das vermisse ich manchmal, wenn ich riesige Menschenmengen sehe, die alle synchron ihre Handys hochhalten und filmen. Das letzte Mal habe ich dieses besondere Gefühl in der Ukraine erlebt: Alle waren komplett in ihrer eigenen Welt, aber trotzdem verbunden. Für mich sind Partys Abenteuer. Du kommst mit Freunden an und verschwindest sofort in deiner eigenen Reise. Irgendetwas passiert mit dir. Und genau das bleibt.

Sprichst du mit anderen DJs über solche Themen?
Ja, definitiv. Mit einigen engen Freunden analysieren wir das Ganze, wir zerpflücken das Auflegen wirklich bis ins kleinste Detail. Viele meiner engsten Freunde sind inzwischen selbst DJs. Sie leben über die ganze Welt verteilt, in Großbritannien genauso wie anderswo, und wir reden ständig darüber. Ich finde das wichtig. Am Ende geht es darum, was für eine Beziehung man zu seinem Beruf hat.
Die Leute kommen zu deinen Sets, weil sie wissen wollen: Was macht Jane dieses Jahr? Fast wie bei einem fortlaufenden Theaterstück oder einem Langzeitprojekt.
Wie siehst du diesen Beruf?
Für mich ist es heute zwar ein Job, tatsächlich ist es aber viel mehr. Es ist ein grundlegender Teil meines Lebens, das war es schon immer. Wenn ich über DJing spreche, ist das fast so, als würde ich über Familie oder Essen sprechen. Es ist eine tragende Säule meiner Existenz. Und wenn man diesen Job machen will, ohne verrückt zu werden, muss man ihn manchmal auch intellektuell durchdringen. Man muss ihm einen Raum im eigenen Leben geben.
Meine Aufgabe ist es, die Woche von Leuten ein kleines bisschen leichter zu machen. Oder ihnen durch eine Platte, die ich spiele, zu helfen, sich selbst näherzukommen. Ich verbreite Freude, ich ermögliche etwas. Es geht nicht darum, größer zu sein als die Musik. Wenn man mit diesem Gedanken verbunden bleibt, verliert man nicht den Fokus.
Gemeinsam mit David Fogarty vom Berliner Plattenladen Sound Metaphors hast du gerade die Compilation Mysterious Vastness auf seinem Label Transmigration veröffentlicht. Was kannst du über sie erzählen?
Eigentlich steht alles, was ich dazu sagen möchte, bereits im Booklet. Dort wird die gesamte Geschichte erzählt. Kurz gesagt begann alles damit, dass ich Platten gesammelt habe, die im Londoner Postleitzahlengebiet entstanden sind, in dem ich aufgewachsen bin. Irgendwann fand ich eine obskure Proto-Rave-Platte von 1991. Ich drehte sie um und sah die Adresse. Das Release kam praktisch aus meiner Nachbarschaft. Ich hatte keine Ahnung, dass dort überhaupt Musik produziert wurde. Also begann ich zu recherchieren. Über Discogs, über Postleitzahlen, über Archive. Jahrelang.

Was hast du gefunden?
Die meisten Platten waren billig und völlig übersehen worden. Und je tiefer ich grub, desto mehr unglaubliche Musik kam zum Vorschein. Das Ganze zog sich über ungefähr 15 Jahre. Irgendwann machte ich daraus einen Mix, der online überraschend große Kreise zog. Daraufhin schlug David vor, daraus eine Compilation für sein Label zu machen. Das Schöne daran ist: In diesem Projekt laufen all meine Interessen zusammen – DJing, Recherche, Musikgeschichte, Journalismus. Alles hängt miteinander zusammen.
Wir haben Januar. Das ganze Jahr liegt noch vor dir, und dein Kalender ist schon bis Dezember voll. Worauf freust du dich am meisten?
Auf vieles. Je länger man diesen Job macht und je älter man wird, desto schwieriger wird es, sich selbst herauszufordern. Aber genau das muss man tun. Deshalb freue ich mich riesig, dass Night Moves nach sieben Jahren Pause zurückkommt. Ich freue mich darauf, psychedelische Platten in einem Club in Goa zu spielen. Ich freue mich auf das O.Z.O.R.A. in Ungarn. Oder auf das Essaim in Paris, einen der spannendsten neuen Clubs Europas, betrieben vom ehemaligen Concrete-Team. Dort spiele ich bald an einem Sonntagnachmittag fünf Stunden lang – völlig ohne Einschränkungen. Was mich generell begeistert, ist die Möglichkeit, zwischen ganz unterschiedlichen Szenen zu wechseln: Eine Woche Panorama Bar, die nächste ein Psychedelic-Festival, dann ein Set am frühen Morgen auf dem Dekmantel oder ein 80er-Boogie-Set auf dem Houghton. Dass ich zwischen all diesen Welten pendeln kann und überall willkommen bin, ist ein großes Geschenk. Außerdem liebe ich die lang andauernden Beziehungen zu Events wie Rural in Japan, Houghton oder Freerotation. Das sind die modernen Residencys. Das Format hat sich verändert, aber es existiert weiterhin.
Die klassischen wöchentlichen Club-Residencys gibt es kaum noch.
Heute entstehen Kontinuität und Vertrauen auf andere Weise. Die Leute kommen zu deinen Sets, weil sie wissen wollen: Was macht Jane dieses Jahr? Fast wie bei einem fortlaufenden Theaterstück oder einem Langzeitprojekt. Solange ich die verschiedenen Teile meiner Plattensammlung mit diesen Abenteuern verbinden kann, und damit auch die verschiedenen Kapitel meiner eigenen Geschichte, bin ich glücklich. Denn meine Plattensammlung ist ein lebender Organismus – genau wie ich.