Nauen in Brandenburg: Riesiges Drogenlabor ausgehoben

In Nauen (Havelland) haben Zollfahndung und Staatsanwaltschaft ein groß angelegtes Labor zur Herstellung synthetischer Drogen ausgehoben. Seit Mittwochmorgen sind mehr als 100 Einsatzkräfte von Zoll, Bundes- und Landespolizei auf einem Industriegelände an der Graf-Arco-Straße im Einsatz.

Nach Angaben des Zollfahndungsamtes Berlin–Brandenburg besteht der Verdacht, dass dort über längere Zeit synthetische Drogen produziert wurden. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler:innen ein großes Labor mit zahlreichen Chemikalien in unterschiedlichen Verarbeitungsstufen sowie bereits fertiggestellte Betäubungsmittel, darunter auch Crystal Meth. Insgesamt wurden rund 100 Kilogramm Drogen und etwa 200.000 Euro Bargeld sichergestellt.

„Ein Labor dieser Dimension habe ich in 31 Jahren noch nicht gesehen“, so Henner Grote, Leiter des Rauschgiftsachgebiets beim Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg. In der Halle befanden sich zudem zahlreiche Geräte und Chemikalien, beispielsweise Kühltruhen, Fässer und Aceton, die zur Herstellung von Amphetaminen wie P3-CMC und 4-CM verwendet werden. Materialen und Gerätschaften seien bis unter die Decke gestapelt gewesen. Fachleute der Bundespolizei sichern die Stoffe derzeit, um mögliche Gefahren für Einsatzkräfte und Umgebung auszuschließen.

Die Auflösung der Drogenküche sei auch unter Gesundheitsgerichtspunkten schwierig. „Im Moment gibt es noch keine Freigabe, dass wir da ohne Gasmaske rein können”, sagt ein Polizeisprecher gegenüber der ARD.

„Man darf sich das nicht vorstellen wie ein wissenschaftliches Labor“, erklärte er weiter. Es gebe sehr viel Müll in der Halle, Kanister und Wannen, in denen die Grundstoffe zusammengemischt worden seien, fügt er hinzu. Zudem stünden dort Tonnen an Abwasserchemikalien, die bei der Produktion der Drogen entstehen. 

Zwei Personen wurden vorläufig festgenommen, gegen sie wurde Haftantrag gestellt. Das Gelände bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Die Ermittler:innen wollen nun klären, wie lange das Labor bereits betrieben wurde und für welche Märkte die dort produzierten Drogen bestimmt waren. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass ein Großteil der Ware aus Brandenburg nach Berlin geliefert werden sollte.

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