Der britische Kulturjournalist und Autor Simon Reynolds hat ein Buch zur Entstehung der Indie-Rock-Strömung Shoegaze angekündigt. Still in a Dream erscheint im Juni bei White Rabbits Books, kostet 23 britische Pfund (26,50 Euro) und erzählt die Geschichte der Slacker und Shoegazer, in deren Zuge Bands wie My Bloody Valentine und Sonic Youth mit überwältigenden Klangwelten eine zweite Welle der psychedelischen Rockmusik lostraten.
Mit Still in a Dream setzt Reynolds seine musikjournalistische Chronik dort fort, wo das Postpunk-Buch Rip It Up and Start Again endet, und widmet sich der Entwicklung von Noisepop, Shoegaze, Slacker Rock und Grunge zwischen den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren. Das Buch verbindet Szenegeschichte mit zeitgeschichtlicher Einordnung und zeichnet die letzte große Phase analoger Musikkultur nach, bevor Internet und Digitalisierung die Musiklandschaft grundlegend veränderten.
Shoegazing beschreibt Spielarten der Rockmusik, die sich in den 1980er-Jahren in Großbritannien entwickelten und im Laufe der 1990er-Jahre internationale Bekanntheit erlangten. Unter dem Begriff versteht man Musik, die durch mehrstimmige Gitarrenwände in Kombination mit elektronischen Effektgeräten und Synthesizer erzeugt wird. Shoegazing ist Teil der Indie-Bewegung und entstand vor dem Hintergrund gesellschaftlicher und politischer Spannungen im Großbritannien der späten 1980er-Jahre. Der Begriff reflektiert die Musiker:innen, die meist auf die Pedale der Effektgeräte ihrer Gitarren blicken, also auf den Boden.
Simon Reynolds ist einer der einflussreichsten Musikjournalisten seiner Generation, mit Energy Flash hat er eines der einschlägigsten Bücher zur Rave- und Drogenkultur der 1980er- und 1990er-Jahre verfasst.








