Großbritannien: Großveranstalter sollen Abgabe für kleine Veranstalter zahlen

In Großbritannien soll künftig ein Teilbetrag der Ticketeinnahmen von Großevents in Arenen und Stadien Grassroots-Venues, Veranstalter:innen und Künstler:innen zugutekommen. Der Minister für Kreativindustrie, Sir Chris Bryant, hat die Maßnahme als freiwillige Abgabe vorgeschlagen.

Damit wird auf die wirtschaftliche Krise vieler Musikspielstätten reagiert. Infolge von Pandemie und Inflation mussten viele Locations schließen oder sind von Schließung bedroht. Bryant betonte die kulturelle Bedeutung dieser Venues und nennt sie „eine der wertvollsten und dennoch unterschätzten kulturellen Ressourcen Großbritanniens.”

Der Grassroots-Musiksektor ist ein zentraler Bestandteil der britischen Musikindustrie, die jährlich 6,7 Milliarden Pfund erwirtschaftet. Kleine Veranstaltungsorte ermöglichten Künstler:innen wie Ed Sheeran, Adele oder Stormzy, ihre Karriere aufzubauen.

Die Abgabe soll schon ab 2025 gezahlt werden. Später will das Ministerium ihre Effektivität bewerten und gegebenenfalls über neue Maßnahmen nachdenken.

Durch die britische Maßnahme angeregt, hat sich die Bundesstiftung Livekultur ebenfalls für die Einführung eines Live Music Funds in Deutschland ausgesprochen. Auch dieser knüpft an die Idee der freiwilligen Abgabe auf die Tickets an.

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