London: Künstler:innen machen Palästina-Solidarität zur Bedingung für Auftritte

Mehr als 300 Londoner Musiker:innen sowie überregionale und internationale Mitunterzeichner:innen rufen zu einem Boykott von Veranstaltungsorten auf, die sich nicht mit Palästina solidarisieren. Zu den Unterzeichner:innen des Offenen Briefes gehören unter anderem Angel D’lite, Ciel, Objekt oder Ross From Friends. 

„Wir weigern uns, an Räumen und Kollektiven teilzuhaben, die die Gewalt des Kolonialismus ignorieren und gleichzeitig von der Kreativität von Musiker:innen und Künstler:innen aus dem globalen Süden und Diasporagemeinschaften profitieren”, heißt es da.

Der Brief, dessen Verfasser:innen unbekannt ist, fasst die furchtbare Lage der Menschen im Gazastreifen zusammen und zitiert den israelischen Genozidforschers Raz Segal, der vor einem drohenden Völkermord im Gazastreifen warnt. Statt Israel mit Waffen zu unterstützen, sollte die britische Regierung Druck auf dessen Regierung ausüben, die Menschenrechte der Palästinenser:innen zu wahren. 

Dabei zeichnet der Brief ein einseitiges Bild des Nahostkonflikts, den Terror der Hamas gegenüber den Menschen in Israel erwähnt er mit keinem Wort. In einer unerwarteten Wendung weist er darauf hin, dass die Befreiung queerer Menschen nicht von dem globalen Kampf gegen Imperialismus und Kolonialismus zu trennen ist. „Wenn sich queere Musikveranstaltungsorte in London jetzt nicht öffentlich gegen die versuchte Auslöschung und Vernichtung von Palästinenser:innen aussprechen, ist ihr Eintreten für die Unterstützung queerer Anliegen hohl und ihr Anspruch, Dissidenz, Befreiung und Widerstand zu verkörpern, für immer ungültig.” 

Wie der Antisemitismus, der zur Zeit auch in London aufflammt, in das ideologische Bild passt, erklären die Briefschreiber:innen nicht.  

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