Erfurt: Kunstausstellung für einen bewussteren Umgang mit Drogen

—

Das Nachtleben steht für das Versprechen, sich gut zu fühlen, es ist Kulminationspunkt euphorischer Zuständen aller Art. Für viele pendelt der Alltag zwischen Anstrengung und Langweile, der Fluchtpunkt ist das Wochenende. Die Clubs sind die Tempel der Gegenwart, das rauschende Fest, die wilde Party und der Exzess am Wochenende bilden den Kontrast zum durchstrukturierten Alltag. Alkohol, Ecstasy, Kokain, gute Musik, Flirten und Tanz. Aber Exzess ist auf Dauer der Gesundheit nicht zuträglich – wo liegt der Kipppunkt? 

Die Erfurter Ausstellung ON A NIGHT TRIP will erster Gradmesser dafür sein, wie durch einen von Kunst initiierten Reflexionsraum und durch Erkenntnisse der Wissenschaft ein neuer Ansatz zu Süchten und Resilienz geschaffen werden kann. 

Zu sehen sind rund 40 Arbeiten aktueller Künstler:innen, darunter Nevin Aladağ, Asana Fujikawa, Stefani Glauber, Anatol Hanau, Martin Parr, Adrian Piper, Alona Rodeh, Philipp Stöckel, Nasan Tur oder Paula Wolber.

Der Beat der Partynacht wird in Szene, Sound und Bild im gesellschaftspolitischen, sozialen und ästhetischen Kontext reflektiert. Safer Clubbing und das Stärken der Fähigkeit junger Menschen, Nein zum Substanzkonsum zu sagen, wird ebenfalls thematisiert. Ein multisensorisches Erlebnis mit analogen und digitalen Formaten der bildenden Kunst und der Musik soll sich mit neuesten Präventionsansätzen und Erkenntnissen der Wissenschaft verbinden. 

Aufsehen erregte bereits eine Arbeit der Ausstellung, „Hero’s Journey” von Sarah Ancelle Schönfeld. Schönfeld hat innerhalb von zehn Wochen den Urin von Partygänger:innen auf der Toilette des Berghain in Regentonnen gesammelt. Ausgestellt wird er in einem Glasbehälter, der einem Aquarium ähnelt. 

Dabei ist die Arbeit, die in ähnlicher Form schon 2014 im Berghain zu sehen war, nur wenige Jahre in flüssiger Form zeigbar. Durch den chemischen Zusatz Phenonip, der sonst zur Konservierung von Kosmetika verwendet wird, wird die Flüssigkeit in absehbarer Zeit zu einem Kristall kondensieren. 

Die Ausstellung ON A NIGHT TRIP. Zwischen Glücksgefühl und Absturz? findet in der Defensionskaserne, Petersberg 15, in Erfurt statt und läuft vom 20. Oktober bis zum 10. Dezember 2023. 

News

Weiterlesen

„Sex ist so lange in Ordnung bis jemand nein sagt“: ARD-Podcast hinterfragt Sicherheit und Consent in der sexpositiven Szene

Wie sicher sind sexpositive Partys? Der ARD-Podcast „Die Party ist vorbei“ begleitet Betroffene nach Übergriffen und deckt Mängel in Clubkultur und Justiz auf.

„Sex ist so lange in Ordnung bis jemand nein sagt“: ARD-Podcast hinterfragt Sicherheit und Consent in der sexpositiven Szene

Wie sicher sind sexpositive Partys? Der ARD-Podcast „Die Party ist vorbei“ begleitet Betroffene nach Übergriffen und deckt Mängel in Clubkultur und Justiz auf.

Baggy, Rave und Eurodance: ARTE zeigt Doku zur 90er-Sehnsucht 

Das ARTE-Magazin „Twist – Kultur & Pop” widmet sich in einer neuen Ausgabe dem Phänomen der 90er-Nostalgie und beleuchtet, warum die vermeintlich trashige Dekade heute einen ganz besonderen Nerv trifft.

Club- und Festival-Monitoring 2026: Diese Umfrage braucht Zahlen aus der Szene

Die Clubkultur wackelt. Zwischen roten Zahlen und Sparpolitik startet die LiveKomm ein neues Monitoring, um Druck auf die Politik zu machen.

Sweet Club: Münchner Diskothek muss schließen

Das Münchner Clubsterben fordert das nächste Opfer: Nach knapp zehn Jahren am Maximiliansplatz hat der Sweet Club an Halloween endgültig seine Pforten geschlossen.

Cevin Fisher: Zanzibar-Resident und „The Freaks Come Out“-Produzent verstorben  

Mit „The Freaks Come Out“ und „„The Freaks Come Out“ landete der DJ und Produzent aus New Jersey Ende der Neunziger zwei Nummer-eins-Hits in den US-Dance-Charts.

Zum Tod von Juan Atkins: „Er hat Techno erdacht, bevor es irgendeiner von uns tat“

Die Musikwelt nimmt Abschied von Juan Atkins. Ob Jeff Mills, Sven Väth, Richie Hawtin oder das Team des Tresor Berlin: Weggefährten, Kolleg:innen und Freund:innen erweisen dem Techno-Urvater in bewegenden Worten die letzte Ehre.

Time Warp: Festival gründet Label 

Mit Ausgaben in Mannheim, São Paulo, Madrid, Los Angeles, Mexico City, Miami oder New York ist die Time Warp eine der größten globalen Festivalbrands im Technobereich. Nun startet man ein Label

Rückforderung von Corona-Hilfen: Kasseler Techno-Club Graf Karl kämpft ums Überleben 

Gegründet in der Pandemie, heute einer der wenigen Orte für Techno in Kassel: Ausgerechnet die Corona-Hilfen aus der Anfangszeit gefährden nun das Graf Karl.

2. Salzburger Tage der Clubkultur: Musik, Workshops und Diskurs geplant

Neben der Musik stehen vor allem drängende Fragen rund um fehlende Räume für die freie Szene im Fokus der Clubkulturtage.

Baggy, Rave und Eurodance: ARTE zeigt Doku zur 90er-Sehnsucht 

Das ARTE-Magazin „Twist – Kultur & Pop” widmet sich in einer neuen Ausgabe dem Phänomen der 90er-Nostalgie und beleuchtet, warum die vermeintlich trashige Dekade heute einen ganz besonderen Nerv trifft.
Eine Club-Situation, mehrere Menschen, ihre Silhouetten, im Scheinwerferlicht

Club- und Festival-Monitoring 2026: Diese Umfrage braucht Zahlen aus der Szene

Die Clubkultur wackelt. Zwischen roten Zahlen und Sparpolitik startet die LiveKomm ein neues Monitoring, um Druck auf die Politik zu machen.

Sweet Club: Münchner Diskothek muss schließen

Das Münchner Clubsterben fordert das nächste Opfer: Nach knapp zehn Jahren am Maximiliansplatz hat der Sweet Club an Halloween endgültig seine Pforten geschlossen.

Cevin Fisher: Zanzibar-Resident und „The Freaks Come Out“-Produzent verstorben  

Mit „The Freaks Come Out“ und „„The Freaks Come Out“ landete der DJ und Produzent aus New Jersey Ende der Neunziger zwei Nummer-eins-Hits in den US-Dance-Charts.

Zum Tod von Juan Atkins: „Er hat Techno erdacht, bevor es irgendeiner von uns...

Die Musikwelt nimmt Abschied von Juan Atkins. Ob Jeff Mills, Sven Väth, Richie Hawtin oder das Team des Tresor Berlin: Weggefährten, Kolleg:innen und Freund:innen erweisen dem Techno-Urvater in bewegenden Worten die letzte Ehre.

Time Warp: Festival gründet Label 

Mit Ausgaben in Mannheim, São Paulo, Madrid, Los Angeles, Mexico City, Miami oder New York ist die Time Warp eine der größten globalen Festivalbrands im Technobereich. Nun startet man ein Label

Rückforderung von Corona-Hilfen: Kasseler Techno-Club Graf Karl kämpft ums Überleben 

Gegründet in der Pandemie, heute einer der wenigen Orte für Techno in Kassel: Ausgerechnet die Corona-Hilfen aus der Anfangszeit gefährden nun das Graf Karl.

2. Salzburger Tage der Clubkultur: Musik, Workshops und Diskurs geplant

Neben der Musik stehen vor allem drängende Fragen rund um fehlende Räume für die freie Szene im Fokus der Clubkulturtage.