IMS Business Report: Die elektronische Musik hat sich von Corona erholt  

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Das Marktvolumen der elektronischen Musik umfasst weltweit 11,3 Milliarden US-Dollar (10,3 Mrd. Euro). Das geht aus dem aktuellen IMS Business Report des International Music Summit (IMS) hervor, der unter der Leitung von MIDiA Research erarbeitet wurde. 

Die Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2022, in dem die Corona-Beschränkungen nach und nach wegfielen. Im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie ergebe sich im Bereich elektronische Musik ein Wertzuwachs von 16 Prozent pro Jahr. Das entspricht einem Plus von rund 1,56 Milliarden US-Dollar (ca. 1,41 Mrd Euro). Von den Rekordzahlen profitiert die Szene aber in unterschiedlichem Maße. Im gleichen Zeitraum nämlich konnte nur ein Fünftel aller Künstler:innen allein mit Musik den Lebensunterhalt bestreiten. 

Der Umsatzanstieg lässt sich über Wachstum in den Bereichen Technik, Konzerte und Rechteverwertung erklären. Die gestiegene Nachfrage nach Studio Equipment, DJ-Ausrüstung und Instrumenten während der Lockdowns steigerte den Umsatz der Audio-Hersteller. Gebühren für Samples sowie Investitionen in Ausbildung seien zusätzlich für die Wertsteigerung verantwortlich. In diesem Bereich wurden allein durch die Produzent:innen von elektronischer Musik 2,8 Milliarden US-Dollar umgesetzt.

Damit ergibt sich der Zuwachs besonders in Bereichen, die nur höchstens Lieferketten von den Shutdowns betroffen waren. Die Analyst:innen von MIDiA Research werten die Ausgaben an Equipment, Samples und Ausbildung auch als Zeichen für eine neue Generation an Musikschaffende, die zukünftig Wert und Wachstum in der Branche generieren.

Außerdem funktioniert der Live-Sektor seit Ende der Corona-Einschränkungen besser als zuvor. 2022 haben Festivals und Clubs fast die Hälfte aller Einnahmen der Dance-Industrie ausgemacht, so der IMS-Bericht. Das liegt auch an den Vorlieben der Veranstalter:innen und den Besucher:innen, die das Booking goutieren: Unter Festival Slots gehören fast zwei Fünftel (39 Prozent) der Acts in die Sparte der elektronischen Musik. 2021 waren es nur ein Drittel. 

Ebenso erwies sich das Musikverlagswesen 2022 als lukratives Geschäft. Die Einnahmen aus dem Urheberrecht wuchsen doppelt so stark wie die Einnahmen aus Tonträgern. Dort waren es 17 Prozent Wachstum, was eine Steigerung von 1,6 Mrd Dollar für das Urheberrecht bedeutet.

Camelphat als Live-Act auf der Konferenz IMS Ibiza 2023 (Foto: IMS Ibiza)

Szeneintern viel Beachtung dürfte der Abschnitt über den immateriellen Wert und die kulturelle Bedeutung von elektronischer Tanzmusik finden. So verweist der IMS Report auf die Dominanz von Rave-Kultur in den sozialen Medien. Für die gesteigerte Aufmerksamkeit sei unter anderem TikTok verantwortlich. Das soziale Medium macht der Bericht als zentralen Ort für elektronische Musik aus. Dort wächst die Zahl der Videos zu Rave-Kultur und elektronischer Musik zehn mal so schnell wie die von HipHop. Die Nutzungszahlen und das Engagement seien so groß, dass an TikTok kein Weg vorbeiführe. 

Der IMS Business Report fällt positiv optimistisch aus. Der Aufschwung im Live-Bereich sei noch nicht vorbei und auch bei der Rechtevermarktung seien die Grenzen des Wachstums noch nicht erreicht. Außerdem prognostiziert der Bericht, dass eine neue Künstler:innengeneration, die elektronische Musik über soziale Medien in die breite Bevölkerung tragen werde. 

Im Rahmen des IMS werden jährlich die neusten Trends der elektronischen Musik diskutiert. Sponsor des Events war 2023 unter anderem der Hardwareproduzent Pioneer DJ. Ebenso vertreten waren der Musikdienst Beatport, die Ticketagentur Dice und die Association for Electronic Music (AFEM), ein Wirtschaftsverband aus über 270 Mitgliedern in 27 Ländern. 

Ziel des IMS ist es, nicht bloß zu informieren, nach eigenem Anspruch sollen die beobachteten Entwicklungen auch mitgestaltet werden. In diesem Kontext ist der IMS Business Report als 35-Seitige Bestandsaufnahme der Club- und Festivalszene zu lesen. 

Die vollständige Version des Berichts kann hier abgerufen werden, dafür ist aber die Anmeldung zum IMS Newsletter notwendig.

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