Cinthie (Foto: Marie Staggat)

„Eigentlich hat Cinthie schon genug zu tun, aber eben auch Bock auf viel mehr”, schrieben wir in unseren Platten der Woche vor knapp drei Jahren. An diesem Umstand hat sich seitdem wenig geändert. Noch immer betätigt sich Cinthie Christl als Mitbetreiberin des Plattenladens Elevate Berlin, kümmert sich um diverse eigene Labels, produziert Musik und, last but not least, spielt diese auch häufig vor Publikum.

Cinthie by Marie Staggat 1
Cinthie (Foto: Marie Staggat)

Was Cinthie dabei kredenzt, lässt sich in aller Regel getrost als House bezeichnen. Mal discoid, mal an daraus entsprungene Chicago-Spielarten reminiszierend, doch immer mit einem Fokus auf den Dancefloor. Ihre fünf Platten der Wahl bleiben dieser Linie weitestgehend treu, tischen schillernden House und solchen, um ein Set überhaupt erst aufzubauen, auf, wagen aber auch einen Vocal-lastigen Schlenker in Richtung UK Garage.

Lis Sarroca – No Wait EP (Shall Not Fade)

Lis Sarroca - No Wait EP (Shall Not Fade

Lis Sarroca aus Barcelona mausert sich gerade zu einer meiner Lieblingsproduzentinnen. Ihre No Wait EP spiele ich seit Wochen hoch und runter, und auch in meinem Laden verkauft sich die Platte wie warme Semmeln. Insgesamt sechs Tracks fanden auf der Vinyl Platz, und ich kann gar nicht sagen, welcher davon mir am besten gefällt. Die gesamte Platte ist sehr vielseitig und abwechslungsreich, von Disco über House bis zum klassischen Acid-House-Chicago-Stomper ist alles vertreten. Ich mag es, wenn Produzenten und Produzentinnen abwechslungsreich produzieren und immer wieder überraschen. Da wird in Zukunft noch einiges kommen. In ihre neue EP auf Housewax dufte ich schonmal reinhören. Die wird, wie diese Platte hier, auch wieder ein Kauftipp.

Insert Name Here – I Need U (Adult Entertainment)

Insert Name here - I need U (Adult Entertainment)

„Is it house, is it techno? Is it Chicago, is it Detroit?”, steht auf dem Info-Zettel der Platte. Mehr aber leider auch nicht. Ich wüsste schon ganz gern, wer eigentlich der Artist ist, obwohl: Hauptsache, die Musik ist gut. Und das ist sie. Sehr gut sogar. Könnte gut und gerne aus Chicago oder Detroit kommen. Kommt aber wahrscheinlich sogar aus Berlin, zumindest das Label ist hier ansässig und gehört dem lieben Click Click, den ich bestimmt schon 100 Jahre kenne. Vor ein paar Wochen hat er mir mal wieder Promos mitgebracht, und die Insert Name Here hat es mir ganz besonders angetan. Ich mag die Mischung aus House und Techno und die rohe Produktionsweise. Schön saturierte Drums, teilweise keine Bassline, sondern nur Toms, die untenrum mit den restlichen Drums den Groove bilden. Schönes Ding.

Johnny D – Discordination EP (Pleasure Zone)

Johnny D - Discodrination EP (Pleasurezone)

Johnny D is back! The master! The one and only! Johnny Ds Produktionen liebe ich über alles. Ich weiß nicht, wie er’s macht, aber jede Platte ist on point. Alles ein bisschen reduzierter, aber mit unheimlich viel Groove. Beide Tracks spiele ich zur Zeit wahnsinnig gerne, vor allem, wenn ich länger als zwei Stunden spielen darf und ich mir viel Zeit beim Set-Aufbau nehmen kann. Johnny D ist für mich immer noch einer der besten Produzenten in Deutschland. Ob auf Cecilie, Oslo oder hier auf Pleasure Zone, Johnny D liefert immer ab.

Wave Particle Singularity – Quantum Seduction (Hot Haus)

Wave Particle Singularity - Quantum Seduction (Hot Haus)

Hier habe ich noch was ganz Neues rausgesucht. Einer meiner derzeitigen Lieblingsproduzenten debütiert auf einem meiner Lieblingslabels, nämlich DJ Haus’ Hot Haus. Und einen Remix von DJ M4A4 gibt es auch noch dazu. Heißer Tipp, diese Platte. Ich hab zwar immer Probleme, mir den langen Namen des Produzenten zu merken, aber in letzter Zeit sind so viele gute Platten des Algeriers veröffentlicht worden, dass es jetzt an der Zeit ist, mir den Namen einzuprägen. Ganz grob würde ich die Platte als „Classic House with a very modern Twist” bezeichnen. Und so ist es dann auch, besonders der Remix von M4A4 bringt nochmal die extra Portion 90s-House mit. Platte kommt jetzt endlich Ende August raus.

Ell Murphy & Diverse – Time Is Now White Vol 4

Ell Murphy & andere - Time is now white vol 4 (Shall Not Fade)

Die Ell liebe ich ja. Beziehungsweise: ihre Stimme. Ich weiß gar nicht, wo ich sie zum ersten Mal gehört habe. Es müsste auch auf einer Platte für Time Is Now gewesen sein. Die Platte hab ich bei einem Stream gespielt, und sie hat sich bei mir dafür bedankt, dass ich ihren Track gespielt habe. So haben wir uns kennengelernt. Time Is Now ist das UK-Garage-Sublabel vom derzeit sehr erfolgreichen Shall Not Fade aus Bristol. Beim UK Garage passiert gerade superviel, was ich wahnsinnig spannend finde. Für mich ist es im Moment so, als würde ich gerade neu in die elektronische Musik eintauchen. Es gibt so viel zu entdecken, und da ich den Sound auch sehr in meinem Laden supporte, lerne ich gerade viele neue Produzenten kennen. Ell stammt aus Südlondon und hat eine wahnsinnig tolle Stimme, die sie auf der Platte fünf der derzeit heißesten UKG-Garage-Produzenten leiht. Ich werde mir die Stimme demnächst auch für ein etwas größeres Projekt leihen. Nein, kein zweites Album, aber was ähnlich Aufregendes.

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