Convextion (Foto: Fabric London)

Innerhalb der elektronischen Musikszene hat Gerard Hansons alias Convextion seit langem Kultstatus erreicht. Und das mit einem vergleichsweise übersichtlichen Katalog an Veröffentlichungen, wenn man bedenkt, dass der US-amerikanische Künstler schon seit 25 Jahren Musik produziert. Seit seiner Debüt-12” im Jahr 1995, die ganz schlicht den Namen Convextion trägt, bleibt der Musiker bewusst weitestgehend anonym, über seine Person gibt er in der Öffentlichkeit wenig preis. Bis vor ein paar Jahren waren auch Auftritte in Europa eher rar als gewöhnlich. Elf Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung erscheint nun sein Remix des Tracks The Vineyard von Florence erstmals auf Vinyl. 

Convextions Sound ist stark geprägt von Detroit-Techno-Koryphäen wie Juan Atkins und dem in Ungnade gefallenen Derrick May. Sein The Vineyard Remix zeigt zwar Einflüsse aus dieser Strömung, ist aber im Ganzen nicht als treibender Techno-Track angelegt. Das sechsminütige Stück hat etwas von einer selbstzerstörerischen Odyssee durchs Weltall. Surrende Bass-Sequenzen schieben sich unter hallende Pads, Sounds, die ein Bild von endloser Weite und Dunkelheit zeichnen. Hier und da dringen Bleeps durch, wie Geräusche von blinkenden Steuerelementen eines Spaceshuttles. Kommentiert wird das Ganze von einer monotonen Roboterstimme, fast wie maschinelle Kommandos. Schnelle, auf jede 16tel platzierte Hihats stehen im Kontrast zu einem langsamen Trip-Hop-Beat. Die Stimmung ist mystisch, geheimnisvoll und generell alles andere als irdischer Natur. Ein schöner Track, der eine Spannung dadurch erzeugt, dass der Ausgang dieser Irrfahrt am Ende ungewiss bleibt. 

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The Vineyard (Convextion & Peter Ford Remixes)

1. The Vineyard (Convextion Remix)
2. Exploration (Original 1991 Mix)
3. The Vineyard (Peter Ford Remix)
4. Disappointment (Instrumental)

Format: Vinyl
: 14.12.2020