Escape From America

Das Verschwinden der Musik, ursprünglich mit Publikum im Berliner HKW geplant, verfrachtet seine Inhalte aufgrund des neuerlichen Lockdowns notgedrungen in den digitalen Raum. Dort gab es im Rahmen des Festivals zuvor bereits eine Videoserie zu bestaunen, die die den Arbeitsprozess von Künstler*innen an neuen Stücken in der Isolation porträtierte.

Im Gegensatz zu den vorher aufgezeichneten Videos läuft das Project Escape From America (Total Recall) live im Stream. Sechs Improvisator*innen aus Berlin und den USA treten im Zuge dessen an ihren jeweiligen Standorten auf. Die Performances laufen gleichzeitig ab, Asynchronität stellt in diesem Zug aber keine Gefahr dar, sondern ist ausdrücklich erwünscht. Die Fäden laufen bei den beiden Mouse-On-Mars-Mitgliedern Jan St. Werner und Andi Toma zusammen, die den Mehrkanal-Stream live im HKW mixen.

Die Idee zum Projekt, das einerseits die globalisierte wie gleichsam isolierte Kunstszene in Pandemie-Zeiten beleuchtet und andererseits die Musikproduktion im digitalen Zeitalter in letzter Konsequenz denkt, stammt von Jan Werner und Susanna Bolle. Letztere ist Mitorganisatorin der Bostoner Konzertreihe Non-Event, die experimenteller, abstrakter und Neuer Musik eine Plattform bietet.

Zwischen möglichen Kakophonien, Glitches und Latenzen plant Escape From America, sich geltender Dogmen und Konventionen rund um das Musizieren zu entledigen – dem Ansinnen des ursprünglichen Festivals wird also zur Genüge Rechnung getragen. Der Livestream startet am 14. November um 21 Uhr.

Escape from America Collage 2

GROOVE präsentiert: Das Verschwinden der Musik 2020

Künstler*innen:

Jan St. Werner with Andi Toma: live mix, electronics (Berlin)
Forbes Graham: trumpet, computer (Boston)
DeForrest Brown, Jr.: electronics, samplers (NYC)
Bonnie Jones: circuit-bent electronics, text, video (Providence)
Olivia Block: found recordings, electronics (Chicago)