Grafik: Arp Instruments

Alan R. Pearlman, der Gründer von ARP Instruments, ist vergangenes Wochenende im Alter von 93 Jahren gestorben. Die verschiedenen Synthesizer von ARP haben damals wie heute enorme Bedeutung in Sachen elektronischer Musik.

ARP wurde 1969 von dem New Yorker Techniker gegründet. Schnell erkämpfte sich das Unternehmen einen bedeutenden Platz auf dem zuvor von Moog dominierten Markt modularer Synthesizer. Dabei war das Modell ARP 2500 der erste Blueprint, der in Gear-Kreisen nach wie vor hoch gehandelt wird. Das Design des Geräts war mit seinen vielen Modular-Sektionen aber schlichtweg zu umfangreich, weshalb nach kurzer Zeit der 2600 als überarbeitete und komprimierte Variante erschien. Schließlich folgte die Odyssey, eine wiederum abgespeckte Version der 2600. Diese zeichnete sich dann durch die kompakte Größe als portabler Synthesizer aus.

Die Odyssey war mit Abstand das einflussreichste und bestverkaufte Modell von ARP und fand in der Musikwelt breite Verwendung. Von ABBA in „Gimme Gimme Gimme“ über Tangerine Dream und dem Doctor Who-Theme bis hin zu den Nine Inch Nails – die Sounds der Odyssey sind in den verschiedensten Winkeln des Musikspektrums zu hören.

Vor allem aber erste Tracks von House- und Techno-Pionieren machten oft Gebrauch von dem Synthesizer. Ein Beispiel ist Juan Atkins, der zusammen mit Richard Davis als Cybotron in „Alleys Of Your Mind“ durchweg von den rohen Synth-Klängen Gebrauch macht.

Umso überraschender ist es, dass bei all der Relevanz der Synthesizer von ARP das Unternehmen 1981 seine Türen schloss. Eine Mischung aus finanziellen Fehlentscheidungen Pearlmans und dem zunehmendem Wachstum im konkurrierenden Synthesizer-Markt wurden dafür als Gründe angegeben.

Trotzdem: Allein die Tatsache, dass Korg 2015 erst eine modernisierte Variante der Odyssey herausgebracht hat, spricht für die enorme Bedeutung von Pearlmans Schaffen.

Stream: Cybotron – Alleys of Your Mind