5. rRoxymore – Thoughts Of An Introvert Pt. 2 (Don’t Be Afraid)

Nach dem eher beklemmend ausgefallenen ersten Part der Thoughts Of An Introvert, auf dem sich die in Berlin lebende Produzentin rRoxymore mit Themen wie Einsamkeit und Selbstbeobachtung auseinandergesetzt hat, ist der zweite Teil deutlich gelöster und energetischer ausgefallen. „This Is Not What You Think“ dürfte der DJ-freundlichste Track dieser EP sein: Die Art, wie sie hier einen hypnotisierenden Bleep-Akkord in den Vordergrund stellt, später eine korrespondierende Melodie dazu addiert und das Ganze sacht und behutsam in Richtung Wahnsinn moduliert, ist schon ziemlich toll. Auch „Run… Feet“ und „Mythical Technology“ überzeugen als hyperaktive Tracks zwischen Jazz, Detroit Techno, Früh-90er UK Electronica und dem Heute. rRoxymore bleibt damit eine der spannendsten Produzentinnen zur Zeit.

4. Robert Hood – Clocks (M-Plant)

Die erste Platte seit 2014 von Robert Hood unter seinem Geburtsnamen auf seinem eigenen Label kommt als typisch Hood’sche Techno-Dampfwalze. „Clocks“ lässt über einen massiven Groove ganze Schwärme von Insektendronen aufheulen, zusammen mit einer ratternden MG-Percussion ist das der effizienteste und böseste Tracks dieser gewohnt DJ-freundlichen EP. „Low Life“ stellt einen swingenden Orgel-Akkord ins Zentrum und generiert mit schleifenden Hi-Hats einen dieser coolen, immer so extrem funky in die Hüfte schießenden Tracks, den von einer lupenreinen Floorplan-Nummer nur das fehlende Gospel-Sample trennt. „Go“ ist ein energetisches Tribal-Tool, das mit wenigen Mitteln seine ganze Track-Ingenieurskunst zeigt.

3. Basement Jaxx – Good Luck feat. Lisa Kekaula (Butch Remixes) (Rekids)

„Good Luck“ war eine Single-Auskopplung von Basement Jaxx‘ dritten Album Kish Kash von 2004, der damals nicht nur auf Platz 12 der UK Single-Charts landete, sondern auch für einen Grammy als beste Dance Single nominiert wurde. Auf Rekids sind nun gleich drei Remixes von Butch erschienen, die den im Original wenig housigen Song für die Dancefloors klarmacht. Butch dämpft einerseits den hochemotionalen Gesang Lisa Kekaulas, indem er in seinem eleganten Dub Mix vor allem kurze Vocal-Loops einsetzt, anderseits lässt er sie in seinem A1-Remix auch immer wieder mit voller Röhre einsetzen, was seine Wirkung durchaus nicht verfehlt. Ein funktionales Drum-Tool rundet dieses gelungene Remix-Paket ab.

2. Mount Kimbie – Love What Survives (Remixes Part 1) (Warp)

Mount Kimbie lassen Songs aus ihrem letzten Album Love What Survives auf zwei Maxis verteilt von einem DJ-Spitzenaufgebot remixen. Den Anfang macht Nina Kraviz, die gleich drei Mixes von der King Krule-Kollaboration „Blue Train Lines“ beisteuert. Alle drei Mixes unterscheiden sich hauptsächlich in Nuancen. Ihr Main Mix arbeitet mit den Kraviz-typischen, zittrigen Arpeggios, einem trockenen Groove und einem geisterhaft eingestreuten „Welcome“-Vocal-Sample. Ein Techno-Track von ausgesprochen bizarrer Schönheit. Auf ihrem knapp vierminütigen Tool 1 arbeitet sie mehr mit Krules Gesang, Tool 2 ist eine noch reduziertere Version des Main Mix. Ende der Woche erscheint noch eine Maxi mit Remixes von Gerd Janson, Ellen Allien und Marcel Dettmann.

1. I:Cube – Double Pack (Versatile)

Die 120. Katalognummer von Versatile kommt von einem der Betreiber und zugleich eines der verlässlichsten Produzenten des Labels, Nicolas Chaix alias I:Cube. Double Pack ist genau das was der Name verspricht: eine Doppel-EP mit sechs starken Tracks des Franzosen. Es ist dann auch seine, ähem, Versatilität, die hier wieder besonders heraussticht und seinen Ruf als einen der interessantesten House-Producer der vergangenen 20 Jahre zementiert. Ob das nach maghrebinischer Live-Percussion klingendes „La Nui Des Rats“, dem Cosmic Trance von „Flutes Souterraines“ oder dem ultradeepen, irre schönen „Ramurc“ – Chaix bleibt einfach ein Meister vieler Disziplinen.

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