Foto: Marie Staggat (Amir Alexander)
Zuerst erschienen in Groove 172 (April/Mai 2017).

DJ Three ist mein Champion. Eigentlich heißt er Chris Milo, er kommt aus Tampa, Florida. Er ist ein bescheidener Mensch und dabei doch ein Monster. 1992 oder 1993 habe ich mit meinen Eltern in Florida gelebt, da ging ich noch zur Schule. Ich bekam einen Flyer für eine Party in Cocoa Beach in die Finger, die hieß Suburban Bass. Der bekannteste DJ Floridas war damals Kimbel Collins und er sollte dort spielen.

Ich musste da einfach hin. Da spielte ein DJ, der war der Wahnsinn. Das muss Kimbel Collins sein, dachte ich. Ich schaute auf den Timetable und es war gar nicht Collins, sondern DJ Three. Seine Musik hat mich weggeblasen. Ich habe ihn angesprochen und gesagt, dass ich Musik studiere. Ich bin dann selbst DJ geworden, er hat mich immer unterstützt, auch als ich meine schwierige Zeit hatte, in der ich mit der Musik haderte. Später haben wir auch zusammen gespielt und wurden Freunde.


Stream: DJ Three DJ-Set @ Burning Man 2016

DJ Three war für mich und die gesamte Szene von Tampa ein Held, denn er war der erste DJ der Stadt, der internationale erfolgreich wurde. Er machte sich jenseits von Florida einen Namen, als er einige Jahre als Resident im Twilo in New York spielte. Im vergangenen Sommer habe ich ihn im Circoloco gehört und da hat er mich so mitgerissen wie damals vor 25 Jahren. Das war unglaublich, er hat seine Kraft über die ganze Zeit bewahrt.

Es ist schwer zu beschreiben, was er auflegt. Als wir neuerdings zusammen auf Ibiza gefrühstückt haben, sagte ich zu ihm, dass sein außergewöhnlicher, genreübergreifender Musikgeschmack das ist, was ihn so besonders macht. Obwohl er heute meistens Techno spielt, definiert er sich nämlich nicht durch einen Stil. Er kommt aus einer Zeit, in der House ein Gefühl war und kein Genre. Mir geht das genauso. Für uns sind die Talking Heads House. Mit diesem Musikverständnis sind wir aufgewachsen.