5. In Sync – Storm / Subway Route (Delsin)

Aus der Kategorie „Killer Reissue“ kommt der Repress dieser zwei Früh-Neunziger Stücke, die Delsin bereits 2014 zusammen veröffentlicht hatte. Lee Purkis alias In Sync wird eine tragende Rolle in der Entstehungsphase der britischen Techno- und House-Szene zugerechnet, schon Ende der 80er Jahre flog er regelmäßig nach Chicago und Detroit um dort Platten zu kaufen, die man in Europa mangels Vertriebssystem noch nicht haben konnte. Später war er beim Aufbau des Plattenladens FatCat beteiligt und produzierte zwei Handvoll Platten, die man zum Kanon der besten Detroit-beeinflussten UK Techno-Tracks dieser Zeit zählen kann. Das über 12-minütige „Storm“ war sein erstes Release 1992, das sogar über 17-minütige, zusammen mit Pluto produzierte „Subway Route“ erschien dann ein Jahr später, beide auf Irdial Discs. Die zwei Tracks sind absolut großartige Beispiele für eine zukunftsorientierte, Elemente aus Sci-Fi und Jazz aufnehmende Musik, der man damals den Begriff Techno-Soul gab.

4. Christian Jay – Katalox (Idle Hands)

Katalox ist die zweite EP von dem in Berlin lebenden Briten Christian Jay für Idle Hands. Beide Tracks sind herunter gestrippte Breakbeat-Nummern im unteren bpm-Bereich, die sich sehr gut als Brücke zwischen UK Garage und Minimal Techno eignen. Besonders der Titeltrack klingt wie eine slicke, moderne Variante eines UK-Breakbeat meets Electronica Tracks, wie sie Mitte der 90er Jahre so überzeugend auf der Insel produziert wurden. „Del’s Kicks“ kommt noch eine Spur hypnotischer und weiß mit eingestreuten Vocal-Scratches zu überzeugen.

3. Space – Magic Fly (Remixes) (Nang)

„Magic Fly“ der französischen Band Space kam 1977 heraus und war mit seiner eingängigen Melodie ein kommerziell ungeheuer erfolgreicher Space Disco-Track, den jedes Kind zu dieser Zeit mitsummen konnte und der seitdem nie wieder komplett die DJ-Cases verlassen hat. Auf Nang sind jetzt vier überaus gelungene Remixes dieses Gassenhauers erschienen, mit fast originalem Cover. The Orb geben dem Track erst einmal eine verträumt blubbernde Ambient-Note, bevor sie das bekannte Thema einfließen lassen. Greg Wilson und Pezas Remix behalten weitestgehend den Original-Vibe und addieren Percussion und zusätzliche Cosmic-Melodien. Auch Richard Norrios und Sares Havliceks Versionen bleiben sehr nahe am Original – was man in dem Fall durchaus gut finden kann – und stretchen den Track hauptsächlich in DJ-freundlichere Länge.

2. FJAAK – FJAAK 003 (FJAAK)

Das erste eigenständige Release des Berliner Trios FJAAK seit eineinhalb Jahren kommt auf ihren eigenen Label, auf dem auch vor kurzem ihre Version von Rob Hoods und Claude Youngs 1991er Missing Channel-Track „Onslaught“ erschien. Es sind zwei knochentrockene, ultra funktionale Warehouse Techno-Tracks mit großen Spaß-Faktor. Besonders die A-Seiten-Nummer „Keep The Funk“ mit seinem durch den Track laufenden Vocal-Kommando und seinen perfekt gesetzten Drum-Attacken ist ein Detroit-Stomper wie aus dem Bilderbuch. Auch „XXL 14“ mit seinen funky Chords, seinen offenen Hi-Hats und dynamischen Arrangement dürfte jeden Technofloor neue Energie einflößen.

1. Peggy Gou – Travelling Without Arriving (Phonica White)

Gou-Mania auf allen Kannälen – 2018 wird ganz sicher als das Breakthrough-Jahr der in Berlin lebenden Koreanerin in Erinnerung bleiben. Kurz nach ihrer Once EP auf Ninja Tune mit dem bereits als Sommerhit gehandelten Vocal-Track „It Makes You Forget (Itgehane)“ kommt nun mit Travelling Without Arriving (ein altes DJ-Topos) ihre zweite Maxi für Phonica White heraus. Peggy Gous Track ist ein subtiler 90ies-inspirierter Deephouse-Track, der in all seiner Nonchalance den Retro-Hunger zeitgenössischer House-DJs befriedigen kann. Der eigentliche Hit auf der Platte ist aber der Remix von Ge-Ology, ein in New York lebender Producer, der im Laufe seiner Karriere mit HipHop- und Soul-Acts wie Mos Def, Jill Scott oder De La Soul gearbeitet hat, aber eben auch House-Tracks auf Theo Parrishs Sound Signature veröffentlichen konnte. Seine Version schichtet Kicks um Kicks und addiert eine einprägsame Synth-Figur zu einer so großartigen wie upliftenden Dancefloor-Nummer.

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