Foto: Camille Blake (The Long Now/Berliner Festspiele)

So sehr sich elektronische Musik auch gerne mit der Zukunft auseinandersetzt, vergisst sie darüber doch manchmal die Gegenwart. 2018 ist es vielleicht dringender denn je, die nicht aus den Augen zu verlieren. Das MaerzMusik Festival bringt zwischen dem 16. und 25. März eine Reihe von Performances in verschiedene Berliner Spielstätten, die von einem breiten Rahmenprogramm ergänzt werden, das sich dezidiert mit Fragen der Zeit und zur Zeitlichkeit als solcher widmet.

Das SND-Mitglied Mark Fell beispielsweise präsentiert seinen Kurzfilm „Music Of The Eternal Now“, in einer Reihe von Panel-Diskussionen werden Fragen zu Politik und Zeitlichkeit erörtert und dass Terre Thaemlitz alias DJ Sprinkles da nicht weit sein kann, versteht sich von selbst. Ganze vier Performances erwarten uns insgesamt: Neben einer 30-stündigen (!) Klavierperformance des Konzeptstücks „Soullessness“ mit anschließendem Deep House-Set wird auch das erstmals auf der letzten Documenta vorgestellte Projekt „Deproduction“ gemeinsam mit Reinhold Frields Zeitkratzer-Projekt vorgestellt, bevor Thaemlitz mit einer Aufführung von „Lovebomb“ das Liebeslied in allen seinen Variationen auseinandernimmt.

Seinen Abschluss findet das MaerzMusik traditioneller Weise in der Köpenicker Straße, wo es sich in der beeindruckenden Architektur des Kraftwerks bestens in Raum und Zeit verlieren lässt. Parallel zu einer ausgiebigen Auseinandersetzung mit dem Nachlass des US-amerikanischen Minimal Music-Komponisten Julius Eastman im SAVVY Contemporary und dem Silent Green Kulturquartier am 24. und 25. März bietet das Abschlusswochende The Long Now im Kraftwerk Musik von unter anderem der australischen Band The Necks, die für ihre ausufernden Improvisationen bekannt sind und diesmal sogar noch drauflegen werden: Ganze sechs Stunden soll die gemeinsame Impro-Orgie mit dem ‚A‘ Trio dauern. Nur sinnvoll, dass wie gewohnt Betten bereit gestellt werden.

Daneben stehen bei der 30-stündigen Ausdauerveranstaltung noch weitere Auftritte und Installationen auf dem Programm, unter anderem mit Musik von Horatio Radulescu und Morton Feldman sowie einer Installationsarbeit von Lucio Capece. Die geballte Ladung Gegenwart also, es führt ja sowieso kein Weg drum herum.

Wir verlosen 2×2 Tickets für The Long Now mit The Necks! Schickt uns zur Teilnahme am Gewinnspiel bitte bis spätestens Donnerstag, den 15. März eine Mail mit dem Betreff The Long Now an gewinnen@groove.de!


The Long Now 2018
24. bis 25. März 2018

Line-Up: The Necks & ‚A‘ Trio, S.E.M. Ensemble, Lucio Capece

Tickets: Tagesticket 30€, 2-Tagesticket 45€

Kraftwerk
Köpenicker Str. 70
10179 Berlin

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