5. Ozo – Anambra (Isle Of Jura)

Dieses majästische Stück Musik von 1976 wurde verdienstvoller Weise gerade von dem australischen Label Isle Of Jura wiederveröffentlicht. Der sich untersten BPM-Bereich bewegende Track bezieht seine alterslose und außerweltliche Magie durch die Mixtur von afrikanischer und Rastafari-beeinflusstem Drumming, Chorälen und einem rezitierten buddhistischen Mantra „Om Mani Padme Hum“. „Anambra“, hier zum ersten mal auch in einer alternativen, etwas kürzeren Version zu hören, bleibt auch 2017 ein Meilenstein spiritueller Musik und wurde nicht umsonst wohl gerne von David Mancuso als letzten Song bei seinen Loft-Partys gespielt. Ein must have auch für den überzeugtesten Agnostiker.

4. Benny Rodrigues – Cocaine Speaking (Dance Trax)

Ein klassischer Drogen-Track geht ja immer. Der Niederländer Benny Rodrigues, in diesem Jahr vor allem mit seiner massiven Klockworks-EP unter seinem Rod-Alias positiv in Erscheinung getreten, reiht sich mit seiner Cocaine Speaking-EP in die lange Liste von Produzenten ein, die sich auf Phutures 1992er-Meilenstein „Your Only Friend“ beziehen. Warum auch nicht, das Thema hat ja bis heute eine gewisse Szene-Relevanz behalten. Der Titeltrack ist eine funktionale Acidhouse-Nummer, die die substanzinduzierte Geschwätzigkeit mit einem Vocal-Loop gut in Szene setzt. Der Alden Tyrell-Remix entwickelt mit einer anderen Acid-Line und einer etwas schmutzigeren Anmutung eine eigene Perspektive auf das Thema.

3. Trance Wax – Trance Wax 3 (Trance Wax)

Mit seinen Trance Wax Platten hat der in Belfast lebende DJ und Producer Garry McCarney, der bislang Platten unter seinem Ejeca-Alias auf Aus Music oder Unknown To The Unknown veröffentlicht hat, einen Nerv getroffen. Dass Trance back is, wird ja seit geraumer Zeit nach jedem Set, in dem ein bekannter Bigroom-DJ wieder mal einen Trance-Klassiker spielt und Clips davon im Netz landen, aufgeregt verkündet. Da kommt so eine Vinyl-Reihe, die mit spielbaren Edits bekannte Früh-90er Trance- und Progressive-Tracks aus der Schmuddelecke holt, natürlich nur recht. Auch der dritte Teil der inzwischen im Secondary Market hoch gehandelten Reihe kommt mit Edits von Sasha / Emersons „Scorpio“, Orbitals „Belfast“, Joy Kitikontis „Joyenergizer“ und Future Sound Of Londons „Papua New Guinea“ als brauchbares Tool für käseliebende DJs.

2. Blind Observatory – Scanning / And The Flying Saucer (Gravitational)

Die überschaubare Diskographie des Berliner Produzenten Blind Observatory ist bislang ein gutes Beispiel dafür, das man sich auch mit wenigen, ausgewählten Releases ein scharfes Künstler-Profil zulegen kann. Die zwei Tracks „Scanning“ und „And The Flying Saucer“ wurden bereits 2013 und 2014 auf I/Y veröffentlicht, nun bringt er sie auf seinem eigenen Label Gravitational noch einmal gebündelt selbst heraus. Und das ganz zu Recht, vor allem „And The Flying Saucer“ ist einfach ein wunderbar elegischer Techno-Track, der einen elegant und hypnotisch in die unendlichen Tiefen des Weltalls hinausschießt.

1. Ricardo Tobar – Liturgia (ESP Institute)

Der chilenische Producer wurde vor zehn Jahren mit seinen Platten für Border Community und Traum Schallplatten bekannt, inzwischen veröffentlicht er auf Labels wie Cocoon und Correspondant. Seine neue EP Liturgia steht in einer Linie mit den sowieso ausgesprochen guten Releases in diesem Jahr auf ESP Institute. Auf allen vier Tracks zeigt Ricardo Tobar, worin seine eigentliche Stärke besteht: So interessante wie interessierte Dance-Tracks zu bauen, die eine krautige Offenheit und kosmische Spiritualität mit einem südamerikanischen Rhythmusgefühl kombinieren. Teilweise ziemlich weit draußen wie auf „Star Alliance“ und dann auch wieder perfekt einen verspielteren Dancefloor anheizend wie auf „La Dormida“ – sehr schöne EP.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here