Könnt ihr schon etwas darüber verraten, wie sich das musikalische Programm bei euch gestalten wird?
Gemäß unseren eigenen Vorlieben wird das Programm maßgeblich elektronisch sein, was nicht heißt, dass wir irgendetwas kategorisch ausschließen. Im Gegenteil, wir kümmern uns nicht allzu sehr um Genregrenzen, Musik sollte es sein. Und die darf gerne von vielversprechenden lokalen Enthusiasten präsentiert werden! Festhalten lässt sich aber, dass wir sehr unterschiedliche Settings auf den Floors haben. Durch die vielen Fenster und das Oberlicht herrscht im Barraum am Tage das gebändigte Naturlicht. Die Stimmung wird hier eher relaxed und Banane, besonders tagsüber. Die Musik wird entsprechend gerne mal langsamer und experimenteller sein dürfen – generell tanzbar, aber nicht notwendigerweise. Der Mainfloor wiederum hat einen düsteren und industriellen vibe. Hier wird es grundsätzlich dunkel sein beziehungsweise ist Raum für Lichtkunst. Rhythmusbetont ist der Modus, in allen denkbaren Spielarten, allerdings eher Techno als Tekkkno.

Neben Clubnächten habt ihr noch ein breites Rahmenprogramm angekündigt. Was habt ihr genau geplant?
In allen Räumlichkeiten sind Experimente denk- und machbar, etwa Konzerte und Performances, Kino, Lesungen oder Workshops. Vom 23. bis zum 25. Juni findet bei uns zum Beispiel das queer-feministische und punk-positive böse & gemein Festival statt. Auch im Rahmen des diesjährigen DAVE-Festivals sind einige interessante Kooperationen in Planung, die sich um Tanz, Theater und Videokunst drehen. Generell wollen wir versuchen, auch die Clubnächte selbst so vielfältig wie möglich zu gestalten und den Gesamteindruck durch Querverbindungen zu Kunst und Krempel zu erweitern. Die Räume sind wie gesagt sehr wandelbar und wir haben Lust uns auszuprobieren. Dabei sind wir dankbar über kreative Unterstützung aus den entsprechenden Sphären.


Stream: objekt klein a – #1 Murat Önen

Nachdem ihr den Bau und die Gestaltung der Location mit eigenen Mitteln finanziert habt, sammelt ihr mit einer Crowdfunding-Aktion nun Geld für die Soundanlage des Mainfloors. Wie soll diese aussehen, wenn sie fertig ist?
Im Zuge der Kampagne haben wir viele interessante Angebote bekommen. Jetzt freuen wir uns mitteilen zu dürfen, dass wir in Zukunft als einer der ersten Clubs unser aller Hörempfinden mit einer Lambda Labs QXAnlage revolutionieren können! (Siehe auch unseren Bericht über das Elysia in Basel, Anm. d. Red.) Dieses klanglich herausragende Soundsystem wird in einem akustisch aufpolierten Raum zu erleben sein. Die österreichischen Soundfetischisten tüfteln mithilfe einer Simulation ein Roomtreatment zusammen, um den Floor mit einer wall-of-bass und einem state-of-the art QX Hornsystem in perfekten Einklang zu bringen. Oder um es mit den Worten einer großen Philosophin unserer Zeit zu sagen: Even another sound is possible!

Einer eurer Partner ist das Institut fuer Zukunft, ein Beispiel für gelungene Crowdfunding-Kultur in der Clubszene. Was verbindet euch mit der Leipziger Institution und teilt ihr deren sozialpolitischen Anspruch?
Wir haben die Eröffnung des Instituts für Zukunft mit Spannung verfolgt, zumal ja einige Beteiligte ehemalige Dresdner*innen und Freund*innen sind. Und wir streben natürlich eine
partnerschaftliche Beziehung an, wie im übrigen auch zu weiteren, vor allem kollektiv organisierten Clubs. Viele teilen vermutlich den sozialpolitischen Anspruch, unterscheiden sich aber sichtlich in der Art und Weise der Umsetzung, von denen jede seine Berechtigung hat. Unser Modus ist vielleicht nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern eher per Räuberleiter oben drüber und dabei so viele Leute wie möglich mitnehmen. Das bringt die Wand nicht zum Einsturz aber auf der anderen Seite lässt es sich ganz gut aushalten. Man kann auch Kraft für das Leben hinter der Wand tanken und bestenfalls ein paar Erfahrungen dahin mitnehmen. Das sind alles tolle, wenn auch nicht total konsistente sprachliche Bilder, deren Gehalt sich an unseren Taten messen lassen muss. Es bleibt abzuwarten, ob wir nach dem Spagat auf dem Dancefloor noch die selben sind.