Die Jungs feiern sich jetzt und werden fast nostalgisch, während wir von früher sprechen. Völlig zu Recht, denn diese drei hier reden nicht nur groß, sondern kriegen auch was gebacken. Alle drei studieren nebenher, und nicht nur alibimäßig – Felix hat seinen Bachelor schon in der Tasche, bei den anderen dauert es auch nicht mehr lang. Und das bei zwei Auftritten pro Woche und einem guten Output. Ambitioniert und dabei absolut sympathisch. Aaron weiß, was sie alle antreibt. „Wir haben uns schon wie die geilsten Typen auf der Welt gefühlt, als zehn Leute vor uns getanzt haben. Wir dachten: Geil Alter, wir dürfen die Musik bestimmen, hier läuft jetzt nur unser Geschmack und die Leute feiern das.“

Sich gegenseitig feiern

Was FJAAK außerdem besonders interessant macht, ist die Dreierkonstellation. Auch deshalb fühlen sie sich ihren Monkeytown-Mentoren so verbunden: Man versteht sich nicht nur blendend, man kann auch extrem viel von den Großen lernen. Eigentlich waren sie mal zu viert, doch von Felix’ Bruder Johannes blieb nur das J im Bandnamen. Damals hat er sich ein bisschen mehr als die anderen auf Schule und Studieren konzentriert und mit der Musik war es dann erst mal vorbei. Jetzt ist er wieder angefixt und hat laut Felix ein paar Killertracks fertig, die bald irgendwie, irgendwo erscheinen.


Stream: FJAAKGroove Podcast 87

Doch das Trio ist längst eingespielt und lebt von dieser Verbundenheit. Zusammen essen, schlafen, Musik hören und machen, auflegen, auftreten, so läuft das seit der Spandauer Jugend ab. Ob sich ihr Geschmack nicht langsam auseinanderentwickelt, frage ich. „Wir sind alle offener geworden“, meint Felix. „Jeder bringt immer mal was Neues in die Runde ein, das die anderen noch nicht kennen. Aber das sind eher andere Musikrichtungen als Techno. Wir waren nie so drauf, dass wir uns um 16 Uhr schon in den Park setzen und dann irgendein Techno-Set anmachen.“ Was Techno angeht, herrscht immer noch totale Einigkeit, sagt Kevin: „HipHop-Fans können sich immer auf Dinge wie J Dilla oder Pete Rock einigen. Aber im Techno gehen die Meinungen so stark auseinander. Bei uns nicht, weil wir das so krass miteinander gelernt haben. Da ist für immer derselbe Ansatz da.“ Ab und zu müssen sie zwar getrennt auflegen, doch das ist für Kevin immer nur eine Notlösung. „Wir sind einfach ein total eingespieltes Team. Zusammen kannst du immer alles teilen, zum Beispiel wenn du so einen richtig geilen Übergang machst. Diese DJs, die da alleine stehen, können sich ja gar nicht richtig feiern! Wir haben immer jemanden, der sagt: Digga, wie krass war das denn!“

FJAAKs selbstbetiteltes Debütalbum ist bei Monkeytown erschienen