Sind Crate-Digger gleichzeitig auch die geborenen Fotomodells?
Es ist ja so, dass ich immer sehr interessiert daran bin, was die Leute mir zeigen können. Die lockere Atmosphäre lässt die Leute kommunikativer werden. Wenn sie sich erstmal warmgeredet haben, werden sie automatisch lockerer. Dennoch kommt es natürlich auch mal vor, dass sich jemand mit den Fotos schwer tut.

Junichi Miyaji (© Eilon Paz/Eden)
Junichi Miyaji (© Eilon Paz/Eden)

Welches Interview hat dich besonders beeindruckt?
Der Tag den ich mit Klass Brieler von Jazzanova in Berlin verbrachte war ziemlich cool. Ich kam früh am Morgen etwas gejetlaggt aus New York an. Klaas hatte die Nacht vorher auf einer Party gespielt und war genauso platt wie ich. Nachdem das Ganze aufgrund unserer beider Verfassung etwas behäbig anlief, fand ich mich irgendwann in seiner Küche wieder, wie ich ihm ein Omelett zubereitete. Ich habe dann den ganzen Tag in seinem Haus verbracht und mit ihm über Platten gefachsimpelt. Er hat ein enormes Wissen über jegliche Art von Musik die irgendwie einen Beat vorweisen kann. Die Zeit mit ihm ist mir sehr gut in Erinnerung geblieben.

Du hast über die Jahre so viele verschiedene Leute interviewt. Wie motivierst du dich jedes Mal aufs neue und hältst das Ganze interessant?
Seit das Buch draußen ist gehe ich es etwas gemächlicher an. Ich glaube ich wähle die Themen und die Leute inzwischen mit noch größerer Sorgfalt aus. Ich versuche mich dabei auf Leute zu konzentrieren, die sich auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisiert haben. Das kann ein Genre oder ein Format sein. Jonny Trunk zum Beispiel, der auch in dem Buch auftaucht, hat eine großartige Sammlung an Libary-Platten. Das fand ich aufregend. Er hat außerdem eine Menge Platten, die sich so Themengebieten zuordnen lassen. Alles was irgendwie mit Wasser zu tun hat zum Beispiel oder Pornofilm-Soundtracks.

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