Ab 2000 machte sich Patrik Skoog mit seinem harten, schnellen Techno-Sound einen Namen – gerade in dem Moment, als das Interesse an diesem Stil einbrach. Mehr Erfolg hatte er mit seinen langsameren, ruhigeren, unter dem Alias Agaric veröffentlichten Techno-Platten. Jede Agaric-Nummer entwickelt eine spezielle, eigene Körperlichkeit, wie ein Hiphop-Stück ist sie eine individuelle Daseinsbehauptung. Obwohl Agaric-Nummern sehr überlegt und auf den Punkt produziert sind, klingen sie nie poserhaft oder bedeutungsschwanger. Nach diversen gelungenen Maxis erkundet Skoog auf seinem Agaric-Debütalbum ein breiteres stilistisches Spektrum. Dabei ist er immer absolut stilsicher: Statt etwa beliebige housige Elemente einfließen zu lassen, bezieht er sich auf die holprigen, clonkigen Grooves früher Warp-Platten. Stimmen in geloopten Fetzen verdichten die Atmosphäre der Tracks. Die kühlen aber nicht spröden Sounds operieren unabhängig von den Grooves, sie haben ihre eigene Entwicklung, ihre eigene Spannung. Selten klingt Techno so spontan und ungezwungen wie auf diesem tollen Album.

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