Rod Modell und Steve Hitchell machen es sich selbst nicht leicht. Ihr Album The Coldest Season, das ebenfalls bei Modern Love erschienen ist, ist ein Klassiker. Im Post-Basic-Channel-Chain-Reaction-Zeitalter gibt es neben diesen beiden Herren aus Detroit beziehungsweise Chicago nicht viele, die das Spiel auf der analogen Klaviatur des Genres Dubtechno derart perfekt beherrschen – inklusive dem inflationären Einsatz von Tapedelay. Liumin heißt nun der Nachfolger. Stärker noch als der Vorgänger konzentrieren Echospace sich hierbei auf Feldaufnahmen, die in den vergangenen Jahren vor allem in Tokio entstanden sind und der Erstauflage in unveränderter Form als Bonus-CD beilegen. Dieser Ansatz beschert dem Album eine lebendige, grobkörnige und poröse Atmosphäre. Stücke wie „BCN Dub“ oder „Maglev“ leben von satten Rhythmusgerüsten und wechseln sich mit stillen oder ätherischen Momenten ab, die wohl so manchem Installationskünstler gut ins Programm passen würden. Wer noch mehr Klischees zur Veranschaulichung benötigt, denke an den sprichwörtlichen Film im Kopf. Liumin löst The Coldest Season zwar nicht als Opus Magnum ab, ist aber dennoch bezaubernde Alchemie.