House mit Humor ist möglich, kommt aber selten vor. Produzenten mit Sinn fürs Absurde geben einem, so sie die Clubs beschallen dürfen, ein wenig Hoffnung, es gehe nicht immerzu und ausschließlich ums knallharte Feiergeschäft. Der Berliner Olaf Hilgenfeld und Iftah Gabbai aus Jerusalem sind so ein Gespann mit Freude am Unsinn. Doch genau genommen ist das, was sie als Skinnerbox hervorbringen, überhaupt kein Unsinn, sondern die konsequente Weigerung, sich auf ein einziges Genre zu beschränken und gemäß dessen Regeln zu arbeiten. Was als House-Stück anfängt, franst plötzlich zur Electro-Nummer aus oder bewegt sich von vornherein in eine Richtung, die so klar nicht zu benennen ist. HipHop- oder Jazzanleihen dürfen ebenfalls vorkommen, wie im sehr schönen „Hotel Towels“, bei dem sie obendrein Unterstützung von der Berliner Sängerin Elle P. bekommen. Erfreulich auch, dass „verspielt“ bei Skinnerbox nicht gleich „verdaddelt“ bedeutet, irgendwie passen ihre Arrangements dann doch immer zusammen und verlieren nie den Funk aus dem Blick. Sehr erfreuliches, struppiges Debüt. Jazz ist der neue Techno.

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