Foto: Presse (Orson Wells)

Lennard Poschmann ist mit Sicherheit eine der fleißigsten Szenefiguren. Als Resident-DJ im Robert Johnson, Labelbetreiber von Sound Mirror, Mitarbeiter im Plattenladen Tactil und natürlich als Produzent trägt er unter dem Namen Orson Wells einen wirklichen Löwenanteil bei. Kurz nach der Veröffentlichung seines Albums Pneumatics über Live At Robert Johnson will er mit seinem Beitrag zu unserem Groove-Podcast nun auf die heimische Szene hinweisen: Sein Mix besteht ausschließlich aus unveröffentlichtem Material aus dem näheren Umfeld.

 


 

Im September erschien dein Album Pneumatics auf Live At Robert Johnson. Die Tracklist enthält zahlreiche Anspielungen auf klassische Science-Fiction-Tropen. Welche Themen wolltest du auf der Platte verarbeiten?
Ich denke, ich verarbeite im Moment alle Einflüsse die als ich noch jung war auf mich eingeprasselt sind und die ich damals zum Teil noch nicht wirklich verstanden habe. Sei es Musik aus Videospielen, oder Sci-Fi Filme die mich von ihrem Gefühl sehr geprägt haben, dieses Versuche ich auf meine Art in meine Sachen zu integrieren.

Letztes Jahr hast du als O-Wells für Die Orakel eine EP aufgenommen, die sich klassischem Breakbeat widmete. Welche Beziehung hast du zu dieser Musik und der dazugehörigen Breakdance-Szene?
Hip Hop war für mich und ist mir immer noch sehr wichtig. Wollte früher mal lernen zu breaken, bin aber nie dazu gekommen. Die Platte ist entstanden weil ich mir gedacht habe, dass ich noch keinen Track gehört habe der alte Memphis Tapes mit Electrobreaks verbindet.

Du hast in letzter Zeit mit einigen Remixen auf dich aufmerksam gemacht. Worauf kommt es dir bei der Arbeit mit fremdem Material an?
Immer unterschiedlich, häufig will ich mit den Stems eine komplett andere Route als das Original einschlagen.

Ganze achteinhalb Minuten braucht es, bis in deinem Beitrag zu unserem Groove-Podcast der Beat einsetzt. Was ist die Idee hinter dem Mix?
In letzter Zeit ist mit das einzige, was man über die sehr vielfältige Frankfurter Szene lesen konnte, in Verbindung mit Minimal und Tech House beleuchtet worden. Die Idee war es, zu zeigen, dass es auch noch andere Musik gibt, die hier gehört, gespielt und produziert wird. Die Stücke sind alle in den letzten Monaten entstanden.

Die Stücke sind unveröffentlicht und stammen von dir und aus deinem Freundeskreis. Was macht eure Crew aus?
Wir sind alles ganz liebe Boys.

Mit deinem Label Sound Mirror nimmst du ebenfalls die Frankfurter Szene in den Blick. Worauf kommt es dir in musikalischer Hinsicht an?
Ich denke das wichtigste für mich ist es, meinen Freunden die Möglichkeit zu bieten, auf unkomplizierte Art ihre Musik zu veröffentlichen. Musikalisch muss es mir und meinem Partner einfach gefallen.

Du bist Resident im Robert Johnson, arbeitest im Frankfurter Plattenladen Tactile und bist als DJ ständig auf Reisen. Was für Musik hörst du eigentlich außerhalb des Clubkontexts?
Hauptsächlich Jazz, Ambient, Soul und alte Techno-Sachen. Zu viel um das jetzt aufzuzählen. Japanischen City Pop find ich auch super.

Last but not least: Wo können wir dich in nächster Zeit hinter den Decks erleben und was sind deine weiteren Pläne als Produzent und Labelbetreiber?
Ich spiele am 24.11 in Köln, nächstes Jahr in Paris und Bristol. Mehr steht jetzt erstmal nicht an. Musikalisch bin ich noch nicht da wo ich gerne sein würde, deswegen werde ich da noch einiges an Arbeit reinstecken müssen. Einige neue Sound Mirror-Releases stehen schon, die kommen dann nächstes Jahr. Außerdem sind wir gerade dabei ein neues Kollektiv in die Wege zu leiten mit Label, Radio, Veranstaltungen und allem drum und dran. Der Mix ist auch sowas wie ein kleiner Vorgeschmack. Den Namen „Changing Factors“ wird man wenn alles gut läuft in der Zukunft häufiger lesen.


Stream: Orson Wells – Groove Podcast 133

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