Edward McKeithen aus Connecticut will einfach nur der Ed sein. Und so wurde er irgendwann zu DJ Jus-Ed. Mit dem legendären Soul-Radio-DJ Frank groß geworden, spielte er in den frühen achtziger Jahren als junger DJ das, was in jenen Tagen die urbane Clubmusik hergab: Soul, Funk, Freestyle, House. Doch nach nur drei Jahren ließ er es bleiben und wpopmete sich anderen Dingen im Leben. Das tat er 15 Jahre lang, bis 2001, als DJ Jus-Ed und das Label Underground Quality in der Housewelt die Bühne betraten. Es dauerte nicht allzu lange, bis der Mann sein Publikum gefunden hatte. Zum einen führen Jus-Ed-Tracks die Chicago-Detroit-Linie absolut wertkonservativ fort, zum anderen fügt er sich mit seinem sehr reduziert tiefgründigen, ja minimalem Housesound nur zu gut in das aktuelle Geschehen ein. Die Conscioushouse-Fraktion liebt ihn, die DJs des real existierenden globalen Clubbings auch. Mit Vision Dance veröffentlicht er nun erstmals einen Langspieler, der nicht bei seinem eigenen Laden Underground Quality erscheint. Stattdessen ist das Tokioter Label Mule am Zug. Vision Dance ist bedauerlicherweise ein ausschließlich instrumentales Album. Der Rezensent bekommt vom Promoter mit auf den Weg gegeben, dass der Entstehungsprozess nicht unwesentlich von Jus-Eds Reisen um die Welt geprägt worden ist. Tracktitle wie „ICE 592“, „Train Ride To Offenbach“, „Stuck In A Train To Berlin“ oder „Project 1 London“ sprechen denn auch eine deutliche Sprache. Der US-Amerikaner setzt über die volle Distanz allerdings zu sehr auf das atmosphärisch-lautmalerische Ende seines Spektrums. Es ist ein eher kühles, in der Ästhetik technoides Album geworden, auf dem man obendrein „Trans Europa Express“-Referenzen trapsen hören kann. Nach gutem Auftakt mit den programmatischen Titeln „A Little Deeper“, „Acid Techno“ und „Emotion“ fällt es im weiteren Verlauf von Vision Dance nicht immer leicht, bei der Sache zu bleiben.