Dass Tama Sumo nach mehr als 15 Jahren DJ-Karriere manchmal noch in Newcomer-Spalten zu finden ist, kann man auch als Auszeichnung gelten lassen. Eine Auszeichnung ihres Berlin-Underground-Status sozusagen, vor allem aber ihrer Bescheidenheit und der Konsequenz, mit der sie sich eine langsam, aber stetig wachsende Hörerschaft erspielte und wegen der sie nun, drei Jahre nach Cassy, die zweite DJ ist, die ihre musikalische Vision der Panorama Bar auf CD verewigen darf. Tama Sumo hat sich über Jahre hinweg quasi einzeln in jedes Zuhörer- und Tänzerherz gespielt. Die Geherzten wissen genau, was sie bekommen. Besten Tama-Sumo-House: fordernd und tiefgründig, melodisch und roh zugleich. Bei ihrem Panorama-Bar-Mix sind auf dem Papier folgerichtig keine Überraschungen zu vermelden. Sie bedient sich in ihrer Playlist großzügig aus dem Angebot ihrer Label- und Club-Heimat, darf vier parallel erscheinende Ostgut-Tracks (Basic Soul Unit, Lerosa, Steffi und Levon Vincent) exklusiv auf dem Mix präsentieren und hat sogar noch Unveröffentlichtes von Shed, Soundstream sowie von sich selbst im Duo mit Prosumer in der Tasche. Das lauteste „Oha!“ gibt es da noch, wenn sie einen streng auf Percussion gebürsteten Ron-Hardy-Mix mit dem Bombast-Discopop von Ost & Kjex zusammenbringt. Das Großartige daran ist, wie Tama Sumo die Hart-und-zart-Dialektik von guter Housemusic voll ausspielt. Schmutzig-begehrliche Blicke, emotionaler Tiefgang, Unerbittlichkeit, Liebe.