Dass sich da etwas Großes tut in Zagrebs Neumatic-Studio, damit war bereits nach den phänomenalen Vorab-Auskopplungen „Oasis“ und „Waterfalls“ zu rechnen. Petar Dundov, seit dem Jahr 2000 zusammen mit seinem Bruder Simon als Brothers Yard zunächst auf dem FEOS-Label PV beheimatet, hat seit seiner Ambient-CD Sculptures 1-3 für Jeff Mills’ Tomorrow-Label und der „Running Man“-EP aus dem vergangenen Jahr mit seinem ersten Clubalbum eine klangliche Dichte erreicht, die ihresgleichen sucht. Escapements steht in der Tradition von Detroittechno der frühen Neunziger, Acid, der Artificial Intelligence-Serie auf Warp sowie, ja, irgendwie auch Trance und generiert daraus trotzdem etwas radikal Anderes, Neues und Unerhörtes. Monumentale Tracks wie „Sparkling Stars“, „Waterfalls“ oder „Desert Island“ bedienen sich dabei des Prinzips der immer weitergehenden Schichtung, schälen stets neue schillernde Sounds und repetitive Harmonien aus dem monolithischen Block der treibenden Rhythmen. Und die unaufhörlich modifizierte zehnminütige Synapsenschleife von „Oasis“ gehört zweifellos zu den glaubwürdigsten Kandidaten für den Titel des hypnotischsten Technotracks der 2000er Jahre. Mit drei ergänzenden Ambient-Intermezzi voll vibrierender, unterdrückter Energie präsentiert sich Dundov aber auch jenseits der Tanzfläche als Weg weisender Klangwissenschaftler. Dem Prinzip der Reduktion wurde jedenfalls selten zuvor mit einer solch opulenten Klangwand gehuldigt.