Wir nehmen Z@ps Live-Act auf dem Omana Festival im griechischen Kalamitsi zum Anlass, den aus Montevideo stammenden, mittlerweile in Barcelona lebenden Produzenten und DJ vorzustellen.
Z@p ist seit Jahren fester Bestandteil zweier Institutionen: Resident im Phonotheque in Montevideo, ebenso gehört er zu Cartulis Music, dem Londoner Label- und Partyprojekt von Unai Trotti. Beim Omana übernimmt Trotti in diesem Jahr die Kuration – Anlass genug, um mit Z@p über diese Zusammenarbeit, den Unterschied zwischen Live- und DJ-Set und seinen Weg von Montevideo über Berlin nach Barcelona zu sprechen.
Beim Omana spielst du in diesem Jahr live, Cartulis kuratiert das Festival mit. Wie seid ihr das Line-up und die Kuratierung angegangen? Und wie stehst du zur musikalischen Ausrichtung des Festivals jenseits deines eigenen Sets?
Die Line-up-Kuration für Cartulis-Events und -Showcases übernimmt eigentlich immer Unai. Manchmal diskutieren wir Bookings und geben Feedback, aber die Grundidee und das letzte Wort liegen immer bei ihm.
Was die musikalische Ausrichtung des Festivals angeht: ich finde sie großartig. (schmunzelt) Wir waren auch schon im letzten Jahr dabei, und es war wirklich schön zu sehen, wie stark das Festival lokale DJs und Kollektive unterstützt und gleichzeitig international relevante Namen einlädt. Es gibt auch eine schöne stilistische Bandbreite. Ich glaube, das ist immer der beste und gesündeste Ansatz. Letztes Jahr habe ich übrigens Liou von der Revolt-Athens-Crew entdeckt, der die Beach Stage gespielt hat. Das fand ich richtig gut. Ein paar Wochen später hatte ich einen Gig in Athen, und wir haben während der Afterhour spontan ein B2B gespielt. Das war schön!

Wie unterscheidet sich deine Vorbereitung für ein Live-Set von der für ein DJ-Set – und spielt der Ort selbst, also Ort und Atmosphäre des Omana, dabei eine Rolle?
Die Vorbereitung ist ziemlich unterschiedlich. Bei Platten weiß ich nie genau, was ich am Ende spielen werde. Ich nehme Musik für fünf, sechs Stunden mit, auch wenn das Set am Ende vielleicht nur zwei oder drei Stunden dauert. Ich lasse mich einfach vom Moment tragen.
Und beim Live-Set?
Das ist etwas anders. Da bereite ich eine Setlist vor, an die ich mich zu halten versuche. Ich mache die Tracklist meistens länger als die eigentliche Spielzeit, damit ich einzelne Tracks überspringen kann, wenn ich merke, dass sie gerade nicht zur Stimmung oder Energie passen. Mein Live-Set hat viel mit Improvisation zu tun. Ich improvisiere mit der Struktur, der Entwicklung der Tracks, der Intensität. Das hängt auch vom Vibe ab – aber die Tracklist an sich steht in der Regel vorher fest. Was den Ort angeht: Ich kenne das Setting des Omana, das spielt bei der Auswahl für diese Show definitiv eine Rolle.

Du bist in der Clubszene Montevideos Anfang der 2000er groß geworden, warst Resident im Phonotheque, hast später in Berlin gelebt und jetzt in Barcelona deine Homebase gefunden. Was hat sich in deinem Produktionsansatz seit dem Weggang aus Uruguay am grundlegendsten verändert? Und du warst auch Teil der frühen globalen Netaudio-Szene – was hast du aus dieser Zeit mitgenommen?
Ich glaube nicht, dass die Veränderungen viel mit den Orten zu tun haben, an denen ich gelebt habe. Für mich hat das eher mit der Erfahrung zu tun, die man über die Zeit sammelt. Die acht Jahre, die ich in Berlin gelebt habe, waren fundamental für die Entwicklung meines Sounds. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich mich ganz auf Musik konzentriert. Ich habe dort sehr viel Zeit im Studio verbracht, und ich glaube, das hat meinen Sound auf ein neues Niveau gehoben.
Wie war es dann in Barcelona?
Dort hat es eine Weile gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte, das Studio zu Hause zu haben. Mittlerweile fühle ich mich mit dem Workflow aber richtig wohl und produziere wieder sehr viel.

An die Netlabel-Szene erinnere ich mich gerne zurück. Es gab damals einige schöne Labels rund um den Globus, die alle möglichen Arten von Musik veröffentlicht haben, mit viel Experimentierfreude. Es herrschte eine große Freiheit, weil alles sehr DIY war – mit geringem finanziellem Risiko.
Deine Releases – von der Warrior EP bis Submarino – bewegen sich zwischen hypnotischem Techno und einer wärmeren, fast organischen Spielart von House. Woher kommt diese Dualität, und würdest du sagen, sie ist eher aus deiner DJ-Praxis oder aus der Studioarbeit gewachsen?
Ich glaube, das kommt von beiden Seiten. Ich habe fast gleichzeitig angefangen zu produzieren und aufzulegen – das ist jetzt etwa 20 Jahre her.
Mein Fokus liegt eher auf Techno, Acid und Electro, aber als DJ spiele ich von allem ein bisschen. Mal House, mal Minimal, mal Dub-Techno, je nach Situation – und das hat natürlich auch einen Einfluss darauf, wie ich Musik mache.

Im Juli hast du beim Love International in Tisno gespielt, einem Festival, das für seine besondere Verbindung aus Location, Crowd und langen, offenen Sets bekannt ist. Erzähl uns von der besonderen Nacht, in der das Set aufgenommen wurde, das zusammen mit diesem Interview veröffentlicht wird.
Es war eine wunderschöne Ausgabe. Die Crowd war fantastisch, die Location einfach herausragend, und die Produktion des Festivals war wirklich gut.
Es gibt tatsächlich eine Anekdote aus dieser Nacht. Ich sollte eigentlich nach Mathew Jonson spielen, aber er hatte Probleme mit einem seiner Flüge und würde es nicht rechtzeitig zu seinem Slot schaffen. Also habe ich der Produktion gesagt: „Kein Problem, ich spiele vor ihm, dann schafft er es noch für den Slot nach mir.“

Also haben wir das so gemacht. Ich habe mein Set gespielt, alles lief perfekt, und Mathew kam an, während ich noch spielte. Er hat sein Equipment aufgebaut, ich habe mein Set beendet, und er hat angefangen zu spielen.
Eine Minute später zog ein heftiges Gewitter auf, und der Rest der Nacht musste abgesagt werden. Wir konnten es kaum glauben.
Zum Glück konnten sie die Artists, die in dieser Nacht nicht mehr spielen konnten, für den nächsten Tag neu einplanen, sodass am Ende doch alles geklappt hat. Er hat sein Set am Sonntag gespielt, und es war fantastisch.