Preisschocks und Inflation haben Clubbesuche über die letzten Jahre erheblich verteuert – ganz zum Leidwesen von Akteur:innen der Nachtkultur. Was die Preissteigerungen für Betreiber:innen, Kollektive und Besucher:innen in Zahlen bedeuten, hat das LiveKommbinat Leipzig in einem Post aufgeschlüsselt. Unter dem Motto „2016 konnte man noch für nen 10er feiern gehen” werden die Preisentwicklungen der letzten zehn Jahre nachempfunden.
Das LiveKommbinat bezieht sich dabei auf Veranstaltungslocations und Clubs, die keine institutionelle Förderung erhalten und in keiner Vereinsstruktur organisiert sind und deswegen als reine Wirtschaftsunternehmen betrieben werden. Während die Inflation im genannten Zeitraum um 29 Prozent gestiegen ist, sind die Clubeintritte gar um 80 Prozent gestiegen. Das Livekommbinat setzt sie in seiner Rechnung bei durchschnittlich 18 Euro an. Auch liegen die Preissteigerungen für die Energiekosten, die sich ebenfalls auf den Eintritt auswirken, über dem Wert der Inflation.
Als größter Kostenfaktor für Clubs gelten immer noch die Personalkosten: Insgesamt komme man auf 125 Stunden Arbeitszeit für Organisation, Security, Awareness, Technik-, Kassen- und Barpersonal. Alleine hier entstehen Kosten von 2.000 Euro zuzüglich der Lohnnebenkosten. Auch die Steigerung des Mindestlohns spielt dabei eine Rolle. Bucht man dazu noch ein Line-up, das Locals sowie Headliner beinhaltet, landet man bei durchschnittlich etwa 5.400 Euro pro Abend. Bei einem Eintrittspreis von 18 Euro müssten demnach 300 Besucher:innen kommen, „um die direkt angefallenen Personalkosten zu decken.” Noch gar nicht Teil der Rechnung sind Miete, Energie, GEMA-Abgaben sowie weitere Kostenpunkte wie Marketing.
Das LiveKommbinat betont, dass sich der Beitrag nicht gegen den Mindestlohn richtet und dass es bei den gestiegenen Eintrittspreisen „nicht um Gewinnmaximierung geht, sondern ums Überleben” der Clubs. Zudem wird kritisiert, „dass Clubs – im Gegensatz zu z.B. Sportvereinen oder Hochkultur wie Oper – betriebswirtschaftlich handeln müssen.” [sic!]
Dass die gestiegenen Kosten sich auf die Clublandschaft auswirken, zeigt sich besonders in Leipzig drastisch: Nach nicht mal einem Jahr musste das Axxon N. seine Türen wieder schließen. Zuvor war darin das IfZ beheimatet. Auch gehört das DUQO zu den Clubs, die nicht zuletzt aufgrund finanzieller Schwierigkeiten ihren Betrieb einstellen mussten.







