Mathew Herbert (Foto: Filmstill)

Der Dokumentarfilmer Enrique Sánchez Lansch, Experte für Musikdokus, hat sich in seinem neuen Film mit Matthew Herbert auseinandergesetzt. Der Film dokumentiert die Arbeit des britischen Musikers und Klangkünstlers, der die Grenzen zwischen elektronischer Musik und moderner Klassik verschwimmen lässt.

Bevor Herbert zum Dirigenten von experimentellen Orchestern wurde, war er Protagonist der House-Szene. Ab Mitte der 1990er prägte er mit seinen Pseudonymen Doctor Rockit und Wishmountain das Microhouse-Genre. Das größte Aufsehen im Clubkontext erregte er mit dem gemeinsamen Projekt mit Dani Siciliano, das ihm auch ein GROOVE-Cover einbrachte.

Herberts Musik zeichnet sich aus durch eine Wärme, die vor allem durch den Verzicht auf vorgefertigten Samples entsteht. Seine Sounds macht er alle selbst, indem er anfangs bloß in seiner Wohnung experimentierte, später dann Aufsehen erregte, indem er das Leben eines Schweines von der Geburt bis zur Schlachtung audiotechnisch verfolgte und verarbeitete.

Herbert bei der Tonaufnahme eines fallenden Baumes (Foto: Filmstill)

Für A Symphony of Noise hat Regisseur Lansch Herbert in einem Zeitraum von 10 Jahren bei seiner Arbeit begleitet und ermöglicht den Zuschauer*innen so, dem kreativen Prozess zu erleben. Das beginnt bei der Aufnahme von Geräuschen und endet schlussendlich bei der Aufführung eines Konzertes. Wie auch die Musik von Herbert ist die Dokumentation zugleich von Leichtigkeit und Reflexion, Humor und Tiefe bestimmt.

Der Film feiert am 15.08. seine offizielle Premiere in Berlin und Hamburg. Am 02.09. kommt er in die deutschen Kinos.

Vorheriger ArtikelAm Start: Nite Fleit
Nächster ArtikelJuli 2021: Die essenziellen Alben (Teil 1)