Gelände des Aware Festivals (Foto: Presse)

Vom 21. bis 23. August findet am Flughafen Werneuchen in Brandenburg das Aware Festival statt. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen, die trotz der Corona-Bestimmungen durchgeführt wurden, wird das Festival allerdings tatsächlich im analogen statt im digitalen Raum stattfinden. Wieso sich die Organisator*innen dazu entschieden haben und wie das funktioniert – darüber haben wir mit Geschäftsführer Christoph Henrik Pankowski gesprochen.

Christoph Henrik Pankowski (Foto: Presse)

Relativ früh nach dem Lockdown habt ihr euch dazu entschieden, das Aware Festival durchzuführen. Was waren eure Beweggründe dafür?

Wir haben erkannt, dass die Veranstaltungsbranche noch für längere Zeit mit den Einschränkungen der Corona-Krise zu kämpfen hat. Um das Überleben unserer Branche zu sichern, braucht es Wege und Konzepte, um Events – welcher Art auch immer – durchführen zu können. Mit dem Aware wollen wir als gutes Beispiel vorangehen und mit unseren Partner*innen zeigen, dass Corona und Veranstaltungen sich nicht ausschließen. Außerdem wollen wir Partys wieder aus der Illegalität herausholen, Stichwort Hasenheide. Bei einer öffentlich genehmigten Veranstaltung haben wir den Vorteil, dass wir die Situation kontrollieren und Infektionsketten durch personalisierte Tickets nachvollziehen können, was hilft, die Pandemie zu bekämpfen.

Wie lief die Zusammenarbeit mit den Brandenburger Behörden ab? Ab wann konntet ihr realistisch damit planen, dass das Festival tatsächlich umsetzbar wird?

Wir haben uns gleich zu Beginn der Planungsphase eigenständig an alle relevanten Behörden gewendet und den Dialog gesucht. In den Wochen vor dem Festival waren wir schließlich von der Kooperation etwas enttäuscht, da wir das Gefühl hatten, dass es mehr ein Gegeneinander als ein Miteinander war. Letztendlich ist es uns gelungen, durch stundenlange Termine und nächtliche Konzept-Planungen ein Ergebnis zu erzielen, mit dem beide Seiten arbeiten können. Das alles hat dazu geführt, dass wir seit circa Anfang August mit der definitiven Umsetzung des Aware Festivals planen.

Herrschte bei den Künstler*innen eine gewisse Skepsis vor oder war Überzeugungsarbeit vonnöten, um sie in dieser speziellen Situation für das Aware zu buchen?

Nein, überhaupt nicht. Da hat man wirklich gemerkt, wie eine Szene bzw. Branche in solchen Zeiten zusammenhalten kann. Schließlich ist die Situation für uns alle ähnlich. Wir alle haben zu kämpfen. Daher war es schön, auch seitens der Künstler*innen einen so großen Support zu erhalten. Auch an dieser Stelle nochmal danke dafür.

Immer wieder las man auf Social Media Beschwerden verschiedener Intensität über die Ticketpreise. Kannst du nochmals erklären, wie diese zustande kommen und wieso sie in dieser Größenordnung liegen?

Erstmal haben wir ein extrem großes Gelände für diese – in Relation zu früher – doch überschaubare Gästezahl, für das wir Miete bezahlen müssen. Durch die Reglementierung der Ticketzahl sind unsere Einnahmen daraus natürlich auch geringer. Zusätzlich haben wir durch die – bereits erwähnten – behördlichen Auflagen einen enormen Kostenaufwand. Das fängt an bei der Zahl unserer Ordner*innen über das Sicherheitspersonal bis hin zu Desinfektionsmittel und Masken.

Jetzt aber noch zur Musik: Auf welche Acts freust du dich besonders und was macht das Aware-Festival für dich aus?

Auch wenn es blöd klingt, wir freuen uns auf jede und jeden. Nach so langer Zeit endlich mal wieder laut Musik hören zu können – und das noch zusammen mit anderen Leuten –, ist einfach ein Traum. Aber es freut mich natürlich, dass wir so viele international renommierte Acts nach Brandenburg holen können.


Groove präsentiert: Aware Festival 2020
21. bis 23. August 2020

Line-up: Adana Twins, Âme, Anja Schneider, Elliver, DJ Tennis, Gerd Janson, Jennifer Cardini, Recondite (live) und viele mehr

Tickets: ab 249€

Aware Festival 2020
Flughafen Werneuchen
Brandenburg