Foto: Inland (Presse), Efdemin (Yasmina Haddad)
Zuerst erschienen in Groove 171 (März/April 2018).

Vor etwas mehr als einem Jahr war ich in London auf einer Party im Village Underground, bei der auch Efdemin spielte. Dort zeigte sich einmal mehr seine Ausstrahlung in der Booth. Ein DJ, der nicht einfach in einer Schublade steckt und spielt, was auch immer er mag. Es machte einfach Spaß ihm zuzuschauen. Er war super relaxt, bescheiden und versuchte sich nicht selbst zur Schau zu stellen. In dieser Nacht machte er den Abschluss und hatte diese „I don’t give a shit“-Haltung nach dem Motto: Ich spiele die Musik, die ich liebe, und es ist mir egal, ob ihr mich cool ndet oder nicht. Und als er anfing, hatten er und alle im Raum eine Menge Spaß.

Efdemin ist ein Künstler, der immer auch an sich selbst arbeitet. Seine Produktionen wurden im Laufe der Zeit abstrakter und experimenteller, tragen aber immer hypnotisch minimalistische Dancefloor-Elemente in sich. Obwohl viele DJs durchaus technisch versiert sind, führen sie in diesen Tagen ein Stück der Selbstdarstellung auf. Nicht so Efdemin.


Stream: Efdemin – Groove Podcast 91

Wenn er auflegt, sieht man jemanden, der Musik liebt und der sein Leben der Musik verschrieben hat. Das zeigt mir, man kann heute sein, wer man will, aber um DJ zu sein, muss man sich nicht extravagant kleiden. Sei ehrlich und du selbst – spiel gute Musik und die Leute werden an dich glauben, dir zuhören und tanzen!

Es braucht mehr solche Charaktere wie Efdemin in der House- und Technowelt. Er schafft es, elektronische Musik aus dem Clubkontext zu heben. Ein richtiger Künstler, ein Komponist. Er macht Musik, die bleibt. Und denkt dabei immer bereits ans nächste Projekt: Was ist sonst noch möglich und wie kann das Universum der elektronischen Musik erweitert werden?

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