5. Hammer – C-Space (Feel My Bicep)

Diese Tracks eines ehemaligen Promoters des legendären Subclub in Glasgow sind klang- und melodieverliebter House. Bei „C-Space“ setzt Hammer eine schwere, langsam dahingleitende Bassline gegen sommerliche, flirrende, impressionistische Klänge. „Atlantic 252“ klingt trippiger, erinnert mit seinen verhallenden Vocals und den elegischen, orchestralen Sounds an „Pacific State“ von 808 State. Das beste Stück auf der Platte heißt „Inside Soul“: eine einsame Orgelmelodie drückt eine tiefe Sehnsucht aus. Am Höhepunkt des Tracks klingt sie schrill, im Break steht sie ganz für sich. Am Schluss kommt dann eine kleine komödiantische Pirouette als aufmunternder Stupser dazu. (Alexis Waltz)

4. Yaleesa Hall – Zoe Hayley Laura (Will & Ink)

Auf dem Amsterdamer Label Will & Ink hat Yaleesa Hall bereits mehrere Platten veröffentlicht. Analog zu seinen vergangenen Releases prägt auch seine neue EP auf dem Label eine vitale Energie, perfekt geeignet für den Club. Es ist eine funktionale Platte, die Halls Vorliebe für gebrochene Beats und energetische Synths widerspiegelt und sich in eine Reihe neben zum Tanz anregender Technotracks einschmiegt. Tracks wie „Zoe Price“ bieten dabei eingängiges Dancefloor-Material mit einer Mischung aus UK Bass und Ravemusik, die an Paul Woolford erinnert. (Franziska Finkensten)

3. Spencer Parker – Different Shapes And Sizes Remix EP02 (Work Them)

Drei Remix-Pakete für drei EPs: Spencer Parker triggert den Komplettismusfimmel seiner Fanbase. Rising Sun verpasst in Nummer Zwei einem Track gleich zwei neue Anstriche: „Riff Shapes“ lässt in der einen Version das Piano galoppieren und die Lyn-Breaks mit den Hufen scharren, die andere klappert mit der Percussion eine tolle Serviceleistung für die Peaktime ab. Da ist es zwar schade, dass sich DJ Fett Birger auf der Flip eher wundersam wirr statt wie sonst wundervoll weird gibt, aber Tijana T reißt das Ruder noch rum: Ihr schnurrender „The Perfect Size“-Rework ist die reine, groovende Konzentration. (Kristoffer Cornils)

2. Tornado Wallace – Lonely Planet Remixes (Running Back)

Die Tornado-Wallace-LP hat sich im vergangenen Jahr in die Herzen nicht weniger Leute gespielt, die auf dieser Maxi vertretenen Remixer dürften zu diesem Personenkreis zählen. I:Cube greift den fernöstlichen Pop-Appeal von „Today“ und stellt diesen auf ein dezentes Italo-Disco-Fundament. Bemerkenswert gut ist auch der House-Mix von Move D mit den Vocals von Sui Zhen und dieser Gitarre, die immer ein wenig an das Snake Charmer-Album von Jah Wobble, Holger Czukay und The Edge erinnert. Außerdem vertreten ist noch Prins Thomas mit einem mehr als soliden Remix von „Trance Encounters“. (Holger Klein)

1. Appendix – Double Mixpack EP (FiedelTwo)

Auf Appendix veröffentlicht Berghain-Resident Fiedel acht starke, zeitlose Clubtracks, die ungewöhnliche Stimmungen erfassen. Noncompliant verschmilzt die gebrochenen Taktzeiten von Ragga und den gradlinigen Rhythmus von Techno zu einem kraftvollen Sound, der nicht bretternd aber gleichzeitig kontrolliert wirkt, sondern aufbrausend und unbeherrschbar. Espen Lauritzen steigt schon eher in diese bretternde Energie ein, unterfüttert sie aber mit nagenden, ausbrechenden Acidsounds, die eine unwahrscheinliche Turbulenz erzeugen. Jay Clarke taucht mit flackernden Bleeps und einem eigentümlichen, schleppenden Groove in einen trippigen, entrückten Modus ein. Fiedels eigener, konzentrierter Track erinnert mit seinen verschachtelten Rhythmus-Pattern an Anthony Shakir. Das tollste, himmelschreiende Stück stammt von Ron Albrecht: aus einen unterdrückten, nonchalanten Groove bricht eine unheimliche, flatternde Hookline heraus, die von bedingungslos hämmernden Snaredrums ins Schlepptau genommen wird. (Alexis Waltz)

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