burger
burger
burger

CIO D’OR All In All (Semantica)

- Advertisement -

Techno versetzt uns in Zustände rasenden Stillstands. Die Kick eines Tracks kann uns, egal mit welchem Tempo, aufdiktieren – am Ende tanzen wir doch alleine auf der Stelle. Und egal, wie futuristisch die Musik auch klingen mag: Im Loop verlieren wir das Zeitgefühl. Die selbsternannte Soundarchitektin Cio D’Or behauptet nicht grundlos, mit ihrer Musik in Richtung Unendlichkeit zu streben. Auf ihrem zweiten Album changiert sie merklich zwischen Tempi und der klanglichen Auskleidung ihrer Tracks, die Effekte aber ähneln sich. Da gibt es langsamen, Noise-affinen Dub-Techno wie auf dem bezeichnet betitelten „Now Is Ever“ zu hören, „XLIV for Mike“ füllt Big Room-Gesten mit dröhnenden Soundflächen auf und „Zepto“ schließt das Album in gedämpfter Downtempo-Manier. Der Effekt bleibt derselbe: Zeitverloren- und vergessenheit. Das grob in drei konzeptuell zusammenhängende, jeweils mit sehr ähnlichen Klängen arbeitende Teile eingeteilte All In All präsentiert Cio D’Ors meisterliches Geschick als Sounddesignerin, ohne den Klang an den Vordergrund zu stellen. Was sich über knapp einer Stunde entfaltet, sind keine hastig abgefeuerten Knalleffekte, sondern ein durchdachtes Gesamtwerk, das sich seiner eigenen Zeitlosigkeit in jeder Hinsicht bewusst ist.

 


Video: Cio D’OrXXII

In diesem Text

Weiterlesen

Features

[REWIND 2022] 2000er-Edits auf dem Technofloor: Der Griff in die verbotene Popkiste

Groove+ 2000er-Popsongs im Trance-Makeover sind der große Dance-Trend 2022. Wir erklären, warum diese Tracks so elektrisierend sind.

[REWIND 2022] Clubkultur und Krise I: Warum es bisher keine Rückkehr zum Normalbetrieb gibt 

Groove+ Die Großen cashen ein, die Kleinen darben: Hier erfahrt ihr, warum es für das Nachtleben 2022 keine Rückkehr in die Normalität gab.

ÆDEN: Umfunktionierte Container und Grün zwischen Backsteinmauern

Groove+ Wie ist es, während einer Pandemie einen Club zu eröffnen? Diese und andere Fragen haben wir den Machern des ÆDEN gestellt.