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MAX GRAEF „Ich bin Fan von meinem Vadder“

Text: Carlos de Brito
Erstmals erschienen in Groove 147 (März/April 2014)

Wenn man Discogs als aktuellen Hype-Indikator für Produzenten heranzieht, dann stehen die Veröffentlichungen des 21-jährigen Max Graef sehr hoch im Kurs. Denn die meisten seiner Veröffentlichungen auf Labels wie Foto, Sleazy Beats, Heist, Tartelet sowie dem eigenen Imprint Box aus Holz sind – teilweise sogar trotz Nachpressung – im Preis gestiegen und heiß begehrt. Der umtriebige, in Mitte geborene und in Prenzlauer Berg aufgewachsene Berliner spielt seit über zwölf Jahren Schlagzeug und hat seine ersten musikalischen Gehversuche – meist an der Gitarre – in lokalen Jazz-Combos oder in losen Singer-/Songwriterprojekten gestartet. Über seine spätere Ausgehsozialisation in Clubs wie dem Icon entwickelt er sich musikalisch über „Trip Hop hin zu Rave“, wie er sagt und meint damit hin zu Justice und Boys Noize. Doch genauso wie sich Rave und die Party in Berlin verlagert haben, hat sich auch sein Sound verändert. House ist die große Klammer, die seine heutigen Produktionen und DJ-Sets umschließt.

Doch angesichts seines Debütalbums Rivers Of The Red Planet auf Tartelet greift House als Einordnung viel zu kurz. Ursprünglich als reines HipHop-Album geplant, dokumentiert es nun seine Entwicklung weg von sample-basiertem House hin zu einem erstaunlichen reifen, gleichzeitig schön ungeschliffenem Erstling, der sich unter anderem mit selbsteingespielten Drums, Gitarren, Rhodes die Koordinaten zwischen Warp, Stones Throw und dem Mahogani-Camp auslotet. Neben Album und Live-Setup stehen auch neue Platten auf unter anderen The Gym, dem Label von Brandt Brauer Frick, und Retreat sowie eine neue Platte mit Gene Siewing auf Intent bereits in den Regalen oder Startlöchern. Und dann wäre da noch das „Fun-Projekt mit eher unzugänglichen Sachen“ Franke und Sohn, zusammen mit seinem Vater Gerry Franke, früher Gitarrist in der ostdeutschen Band Freygang, das irgendwann mal erscheinen soll. „Ich bin Fan von meinem Vadder. Der hat früher so einen geilen, rotzig-räudigen Sound gehabt.“ Es ist zu vermuten, dass diese Wertschätzung auch umgekehrt gilt.

Das Album Rivers Of The Red Planet von Max Graef ist bereits auf Vinyl bei Tartelet erschienen, die Digital-Version folgt im Mai.

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