Eigentlich wird der Name Simian Mobile Disco ja vor allem mit diversen Remixen für Leute wie die Klaxons oder Muse verbunden und hat völlig zu unrecht diesen eher uncoolen New-Rave-Ruf wegbekommen. Auf der neusten Veröffentlichung des Londoner Clublabels Fabric jedenfalls ist ein deutlich breiteres musikalisches Spektrum wahrzunehmen, wobei natürlich das Ziel – irgendwie auf die 12 – dasselbe ist wie bei New Rave. Dass diese Klammer eine große ist, wird schon bei einem ersten Blick auf die Tracklist klar: Da fügt sich die Spacedisco von Metro Area fast nahtlos in ein Stück des Minimalmusik-Komponisten Moondog, auf Plastikman folgt das Geballer von Green Velvets „Flash“, und natürlich fehlt auch der obligatorische Remix von Hercules & Love Affair nicht. Ein Ritt durch mehrere Jahrzehnte elektronischer Musik, und ein Ritt ist es tatsächlich: Hier wird nicht reflektierend innegehalten, sondern ordentlich losgebolzt. Zurückhaltung oder Dezenz sind nicht die Sache von Jas Shaw und James Ford, den bepopen Ex-Indieband-Musikern. Und beim Hören ihres Fabriclive-Mixes kann man sich die bepopen ganz wunderbar auf einer Bühne vorstellen, verschwitzt und mit Posen fürs Publikum. Einmal Rocker, immer Rocker.

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