Matthew Herberts Musik hat oft etwas sehr Cineastisches an sich, zu vielen seiner Stücke entstehen automatisch Bilder im Kopf. Die Vorstellung, Jane Seberg könnte die New York Herald Tribune in Godards A Bout De Souffle auf den Straßen von Paris zur Musik von Matthew Herbert verkaufen, ist keine absurde. Das würde passen. Kein Wunder also, dass diese Sammlung von Filmmusiken aus Herberts Feder den Kopf mit Bildern füllt, den Geist wandern und die Seele träumen lässt, große Gefühle erzeugt. Und das nicht – wie so häufig bei Filmsoundtracks – durch das Drücken der immer gleichen Knöpfchen und dem Zuhilfenehmen standardisierter Instrumentierung. Die Stücke auf Score stammen aus den vergangenen zehn Jahren und sieben Filmen, dazu kommt ein Stück für ein Ballett. Von der musikalischen Bandbreite geht es vom „klassischen“ Herbert-Stück („Nicotine“) über ein Wiedersehen mit „Café De Flore“ und der „Goodbye Swingtime“-Zeit bis hin zur Kreuzung von Chorgesängen und Elektronik, wie sie letztes Jahr für die Bonachela Dance Company entstand („Rendezvous“). Teilweise gibt es jazzig-swingende Songs, aber auch abstrakte Gefühlsbeschreibungen. Diese großartige Musik macht durchaus Lust, die dazugehörigen Filme mal zu sehen.