Der Effekt ist Ambient, doch Takagi Masakatsu setzt bei eher akademischen Methoden an. In der CD/DVD „Journal For People“ geht er mit den Mitteln den Minimal Music vor; verschiebt Spuren gegeneinander wie Steve Reich, setzt auf das Piano wie Nyman in so manchem Soundtrack und baut auf ein harmonisches Miteinander, selbst wenn er vorgefundene Geräusche einsetzt wie in „Aqua“: da dürfen Wasserschüttelgeräusche dann tatsächlich das Element H2O repräsentieren. Das klingt dann zwar auch vordergründig und spontan; aber eben in Masakatsus eigener Präzision und Geschliffenheit niemals aufdringlich. So erlaubt es sich der Medienkünstler Masakatsu, in seinem Tagebuch auch Klischeevorstellungen des Schönen zu dokumentieren. Denn er versteht es, Karussellfahrten oder Feuerwerke per Kamera und Schnitt derart von ihren üblichen Koncontent:encodeden zu isolieren, dass sie aus sich heraus kommunizieren. Das introspektive Klavier verstärkt diese Mitteilungen.

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