5. Double Pelican Man – The Nassau Sessions (Lustwerk Music)


Dieses Release von Double Pelican Man scheint auf den ersten Blick etwas untypisch für das Label von Galcher Lustwerk. Bei The Nassau Sessions handelt es sich um vier Dub-Reggae-Tracks, 2013 auf den Bahamas aufgenommen und gepresst auf eine 7-inch. Auch ohne durchgängigen 4/4-Takt freundet man sich schnell mit den klaren, satten Sounds an, weshalb ihre Klangästhetik – trotz anfänglichen Vorbehalten – irgendwie doch auf Lustwerk Music passt. Tiefe Subbässe und auf Stereo getrimmte Perkussion verlieren sich in Hall und Delay, nur um just wieder in mitreißendem Groove weiterzufahren. (Dominik André)

4. Håkan Lidbo & Omar Santis – Sustain EP (Envelope Audio)


Håkan Lidbo ist ein Mann, der auf eine irre Diskografie zurückblicken kann. Auf sich aufmerksam machte der Schwede um das Jahr 2000 herum, als gefühlt jede zweite Woche eine neue Maxi erschien – mit merkwürdig überbordender und extrem verspielter Musik im Windschatten von French House. Manches war genial, vieles unhörbar. Absolut genial ist sein neuer Track „Sustain“ – ein deepes, grummelndes Techno-Stück mit einem jazzig swingenden Beat. Etwas bieder kommt im Vergleich der detroitige Remix von Omar Santis daher, was auch auf dessen grundsolide Eigenproduktion „Smör“ zutrifft. (Holger Klein)

3. Amelie Lens – Stay With Me (Second State Audio)


„Follow me”, flüstert Amelie Lens mit ihrem belgischen Akzent: „I show you the way. Close your eyes.” Dann hämmert ihr bedingungslos harter Industrial-Techno auf uns sein. Die Pattern klingen schwerfällig und passieren tut in den Tracks auch nicht gerade viel. Emotional erzeugen die Stücke mit ihrer manischen Stimmung, die von einer Ergebenheit gegenüber den Grooves aufgefangen wird, aber doch ein stimmiges Bild. Lens ist ihr eigener MC, durch ihre Stimme drückt sie der Musik ganz unmittelbar ihren Stempel auf. Ob andere DJs diese Tracks auch spielen können? (Alexis Waltz)

2. Mark Broom – Z Beats EP (EPM Music)


Nach 25 Jahren im Geschäft reicht Mark Broom vermutlich die Zeit zwischen Aufstehen und Frühstück, um einen formidablen Techno-Banger wie „Z Beats“ rauszuhauen. Der ist hier in zwei Versionen zu hören, einmal schroff-perkussiv, einmal eher im Robert-Hood-Fahrwasser. Dubbig geht der Remix von Truncate zur Sache, laserschwertscharfe Snares setzen die Akzente. Währenddessen hat Mark Broom vor dem Duschen noch schnell „OT“ gezimmert, im Vergleich zu „Z Beats“ klingt der aber doch ein wenig zu routiniert. Aber gelernt ist gelernt. (Holger Klein)

1. Synkro – Hand In Hand (Apollo)


Warm und freundlich, mit einer Spur Wehmut durchzogen, schimmert die Musik von Synkro. Die Solo-Arbeiten von Joe McBride unterscheiden sich in dieser Hinsicht stark von der düsteren Brachial-Musik, die er mit seinem Kollegen Indigo als Akkord verantwortet. Auch auf seiner EP Hand In Hand widmet sich Synkro mit harmonischen Klängen, schillernden Synthesizern und relativ zahmen Beats zwischen zeitlupenhaften Breaks und gemächlichen 4/4-Kicks sanften Emotionen, die in verhuschten Vocals durch den Nebel ziehen. (Philipp Weichenrieder)