In diesem Umfeld entstanden die Einstürzenden Neubauten, bei denen ihr beide zusammen mit Andrew Unruh und Blixa Bargeld und parallel zu Mania D. zu den ersten Bandmitgliedern gehörtet. Wie kam das zustande?
Gut: Wir haben geprobt im Keller der Ladenwohnung von Blixa Bargeld. Und dann wollte der irgendwann auch eine Band und hat uns gefragt, ob wir nicht mitmachen wollen. Wir haben einige Konzerte miteinander gespielt, auch das erste 1981 in der Berliner Diskothek Moon. Die Musik war ähnlich wie bei Mania D., wir hatten keine Songs, nur so Themen, etwa „Atomarer Walzer“ oder „Valium“, und das hat sich dann live frei entwickelt. Blixa hat auf der Bühne immer gleich geschrien, bei Mania D. haben wir nicht so viel geschrien, das war ein bisschen atmosphärischer. Blixa ist ein guter Freund von mir, aber er ist auch eine sehr starke Persönlichkeit, der sehr genau wusste, was er wollte. Und ich wusste das auch. Wir sind im Studio gleich aneinandergeraten, da habe ich gemerkt, das geht nicht gut miteinander. Ich wollte ihn lieber als Freund behalten. Und wir hatten ja Mania D., wo wir gemeinsam die Sachen entwickelt haben, das war bei den Neubauten nicht so. Ich habe die später noch oft live gesehen, fand ich auch toll, aber da hat sich eine ganz andere, eine männliche Kraft durchgesetzt.
Bartel: Ich hab es noch etwas länger bei denen ausgehalten. Bei mir war dann der Knackpunkt, dass ich mal mit Andrew die Instrumente tauschen wollte, er sollte meinen Bass kriegen und ich das Schlagzeug. Es wird einem ja sonst langweilig, wenn man immer dasselbe Instrument spielt. Da schrie Blixa gleich, das ginge nicht, und das war es dann. Wenn mir einer sagt, was ich darf und was nicht, dann ist Sense.

Matador

Bald ging aber auch Mania D. auseinander.
Bartel: Das kam halt so. Gudrun hat mit Bettina Köster Malaria! angefangen und ich bin mit Chrislo Haas nach Düsseldorf gegangen, wo wir Liaisons Dangereuses gestartet haben.

Wie kam Chrislo Haas zu euch, der bis kurz zuvor Mitglied bei der Düsseldorfer Band DAF gewesen war?
Bartel: Ich habe den kennengelernt, als die DAFies hier in Berlin im Vorprogramm von Fad Gadget gespielt haben.
Gut: Später haben wir mit Mania D. Support bei der Deutschlandtour von DAF gemacht und waren mit denen befreundet. Wir kannten die Düsseldorfer Posse, auch mit Peter Hein von Mittagspause und Fehlfarben und so, noch aus Punk-Zeiten.