Es musste ja kommen: Peter Kerstens Ambient-Album. Überfällig war das schon seit dem Erik Satie-Sample im himmlischen „Last Friday“ auf seinem zweiten Album unter dem Namen Lawrence, wenn nicht sogar vorher. Denn der Hamburger Dial-Mitbegründer ist ein Texturenweber der ersten Klasse, nutzt seine fluffigverspielten Beats seit jeher als Gerüst, auf dem die Klangflächen verlaufen und miteinander verschwimmen. A Day In The Life ist ähnlich wie Sky Walking, Kerstens kürzlich gemeinsam mit Richard von der Schulenburg und Christian Naujoks gestartetes Impro-Projekt, zweierlei: Liebeserklärung an den Sound und Resultat langjähriger Freundschaften. In diesem Fall zum Smallville-Designer Stefan Marx, dessen unnachahmlicher Zeichenstil das Albumartwork prägt, und zu Toshiya Kawasaki, auf dessen Label Mule Musiq die zwölf Ambient-Skizzen erscheinen. Denn Skizzen sind es, die A Day In The Life auf 40 Minuten Spielzeit versammelt – die meisten werden von behutsam eingesetzten Piano-Tupfern getragen, andere bauen auf modrigen Synthesizer-Figuren auf, die der Soundpalette der kosmischen Krautrock-Spielart Tribut zollen. A Day In The Life hält, was der Titel verspricht: Es ist eine Art Tagebuch, ein Notizheft voller Ideen. Deren Unausgereiftheit begründet ihren Charme, lässt das Album aber auch unfertig scheinen.

 


Video: Lawrence ‎– A Day In The Life (Fan-Video)