Ein Trio in Rockbesetzung, das Hits der elektronischen Musik covert – dieser Twist stand am Anfang der Bandgeschichte von WhoMadeWho. Dreams, ihr nunmehr fünftes Studioalbum, zeigt, was für einen Weg die dänische Formation in den vergangenen zehn Jahren zurückgelegt hat. Mehr noch als sein bereits deutlich in Richtung Synthpop und Eurodance weisender Vorgänger Brighter präsentiert es WhoMadeWho als lupenreinen Popact. Ihr Bandsound speist sich noch immer aus der wohlbekannten Bastard-Schnittmenge von Indie-Rock und Wave-Disco, die hier zu mehr Opulenz und Dominanz der Gitarrenarbeit tendiert. Im Zentrum steht jetzt aber, für eine skandinavische Formation mit internationalem Anspruch nicht ganz ungewöhnlich, eine von der britischen Tradition geprägte Vorstellung von Pop. Der Mut, sich den Herausforderungen und Zumutungen dieses Popbegriffs zu stellen, wird auf den elf Songs des Albums über weite Strecken hinweg belohnt. Vieles, wie das hymnisch überschäumende 80er-Pathos der Vorab-Auskopplung „The Morning“ oder das von einem Berghain-Besuch inspirierte, allerdings in Sachen Techno völlig unbedarfte „Hiding In Darkness“, profitiert von der den Arrangements und Produktionsdetails gewidmeten Sorgfalt. An einigen Stellen erzeugt das Schwelgen in Popseligkeiten (auch: Marktförmigkeit) jedoch reichlich Überzucker. Aber auch auf den besseren Alben von, sagen wir mal: den Pet Shop Boys finden sich stets ein bis zwei Aussetzer. Alles andere ist eine Frage der Perspektive: WhoMadeWho jedenfalls sehen sich „on the right track“. Allerdings könnte sich auch herausstellen, dass es das Gleis zum ESC ist.

 


Video: WhoMadeWhoDreams