Das Weltraumteleskop Kepler wurde 2009 von der Nasa ins All gebracht, um bewohnbare Planeten außerhalb unseres Sonnensystems aufzuspüren. Valentino Canzani Mora alias French Fries beschreibt mit seinem Debütalbum ein mögliches Szenario im All und versteht es, die Tracks einem Drama gleich zu positionieren, das von Aufbruch, Auseinandersetzung und Ankommen handelt. Vom beatlosen, brodelnd-schimmernden Programmstart geht es über hell flimmernde Synths und sparsame Bassdrums in düstere Gefilde mit scharfen Claps, Acid-Synths und aggressiven Breaks, bevor kurioser Optimismus mit wuppendem Bass aufkommt und schließlich alles gut scheint. Der Mitbegründer des Pariser Labels ClekClekBoom tat sich mit seinen EPs bisher vor allem als Produzent für bassgewaltige Clubtracks hervor, die in die Kerben von Baltimore Club, Ghetto House, Electro, Acid House und Trap schlugen. Mit Kepler nimmt er einen anderen Weg, der mehr auf Reflexion als auf Ekstase beruht und trotzdem eine physische Wirkung entfaltet. Das Klangbild dieses SciFi-Gehirnfutters für die Tanzfläche ist angenehm reduziert und doch kraftvoll und vor allem in sich geschlossen. French Fries’ Debüt zeigt, wie vielseitig der noch junge Produzent denkt und macht neugierig darauf, was wohl als nächstes von ihm kommen mag.

 


Stream: French FriesKepler (Previews)