Hier ist es also, das Solodebüt von Max Loderbauer. Auf die allgemeine Verwunderung, dass der aus diversen Projekten bekannte Musiker (Sun Electric, NSI, Moritz von Oswald Trio) so lange auf seinen ersten musikalischen Alleingang hat warten lassen, könnte man eventuell entgegnen, dass Loderbauer womöglich lieber in Gesellschaft als allein für sich musiziert. Transparenz zeigt Loderbauer jetzt als avancierten Improvisator, der seine Stücke in Echtzeit einspielt, ohne die Hilfe von Computer oder Mehrspurverfahren in Anspruch zu nehmen. Dem Titel des Albums entsprechend hält Loderbauer die Elemente übersichtlich, entwickelt sie behutsam und gibt ihnen dabei Raum, ihr Eigenleben zu beginnen. Seine Musik bewohnt eine Art Zwischenreich im Dreiecksland von Ambient, akademischer Elektronik und freieren Experimenten. Vereinzelt gibt es repetitive Muster, doch haben diese nichts Starres an sich. Die schwebenden Klänge scheinen stets zu wissen, wo sie hinwollen, unverbindlichen Leerlauf hört man bei Loderbauer keinen. Meistens gibt es ein harmonisches Gerüst, auf dem die Musik aufbaut, doch abstrakte Dissonanzen dürfen sich ebenso austoben. Und in „Jea“ bekommen auch die Sequenzer reichlich Auslauf. Der verbindende Gedanke, der diese recht vielfältig gestalteten Spontankompositionen verbindet, besteht in Loderbauers Sinn für nahezu beiläufige Klarheit bei der Abstimmung von Klängen aufeinander. Nichts scheint dem Zufall überlassen, zugleich wirkt nichts konstruiert, sondern klingt entwaffnend selbstverständlich.