Ricardo Villalobos‚ „Baby EP“ verhandelt Stimme und Lied. Beide Tracks erzeugen ambige Räume zwischen Singen und Sprechen und verschiedener Songformen. Beim Titelsong überträgt Villalobos Themen und Vokabular von Soul- und Disco-Songs in einen mehrstimmigen, klassischen Gesang, was wie die Fusion eines Gregorianischen Chorals mit einer Al Green-Nummer wirkt. So werden die Berührungspunkte zwischen religiöser Ehrfurcht und sexueller Hingabe erforscht. „Hansup“ ist aus dem „Hands Up“-Ruf unterschiedlicher Stimmen montiert: Mal entsteht ein Stimmgewirr, mal scheinen die Stimmen aufeinander zu reagieren. So geht es um das Verhältnis von Ausruf und Dialog, von Sprache und Gesang.