Das nennt man Fanatismus: 1705 ging der 20-jährige Johann Sebastian Bach fast 400 Kilometer zu Fuß von Arnstadt nach Lübeck, um dort dem wohl bedeutendsten Komponisten des deutschen Frühbarock, Dietrich Buxtehude, bei dessen Orgelspiel zuzuhören. Francesco Tristano, der wie kein Zweiter in den vergangenen Jahren zwischen E-Musik und Techno-Club vermitteln konnte, spielt auf seinem neuen Album Long Walk (Universal) nicht nur Werke von Bach und Buxtehude, sondern auch Eigenkompositionen, in denen er Miniaturen Bachs neu kombiniert, sozusagen remixt. Im Oktober und November ist Tristano mit Long Walk auf Deutschland-Tour – auch ohne offensichtlichen elektronischen Bezug eine Empfehlung wert.

 

Francesco Tristano – Long Walk Tour

09.10. Köln – Philharmonie
10.10. Dortmund – Konzerthaus
17.11. Münster – Hörsaal H1 der Universität
19.11. Berlin – Kammermusiksaal
20.11. Hamburg – Kampnagel
26.11. München – Allerheiligen-Hofkirche

 


Video: Francesco TristanoDietrich Buxtehude: Canzona (BuxWV 168)