Das britische Label Frozen Border versorgt die Welt nun auch schon seit drei Jahren mit oft anonymen Technoplatten, denen fast durchgehend das Kunststück gelingt, funktional zu sein, ohne sich wie reines DJ-Futter anzuhören. Minutes On Ice hat das Label seine erste Compilation genannt. Das passt, denn wenn man hier eine Art Trademark-Sound herausfiltern möchte, dann ist es vielleicht die Kombination aus kleinen frostigen Klanglandschaften, die über meist spröden, aber mächtig treibenden Beats flottieren. Andrea Santoro arbeitet etwa mit subtilen Oberton-Kompositionen, bei einem anonym bleibenden Produzenten klingen nachgerade psychedelisch-krautige Modulationen an, und Szare bedient sich schwerer, auf Goth gebürsteter Beschwörungsgesänge. Immer aber arbeitet der Beat mit größtmöglicher Wucht. Herausstehend vor allem Mary Velos „Detune“, in dem höchstens der diffuse Synthesizer etwas verstimmt ist, ansonsten ist das hier ein selten gehörter Hit im sich oft so dezent inszenierenden Dubtechno-Business. Und natürlich Blawan, der mit seinem Analog-Stomper „Tuesday’s March“ seinen Ruf als Techno-Wunderkind nur unterstreicht. Massiver Stoff.

 

Stream: Mary VeloDetune